Von der Nachhaltigkeit zur Resilienz? Und was das alles mit Suedsiebenbuergen zu tun hat…

RO: Termenul de sustenabilitate pare sa fie epuizat (si abuzat). Va fi oare inlocuit de termenul “rezilienta”? Cateva ganduri pornind de la un articol de pe Telepolis.de si de la un proiect european de cercetare in zona fosta saseasca a Transilvaniei, bazat pe conceptul de rezilienta…

EN: Sustainability seems to be worn-out from its long use (and abuse). Will it be replaced soon by “resilience”  (“ability of adaptation and survival”)? Some thoughts about a recently read article on Telepolis.de and a high profile research carried out in the former Saxon region of Southern Transylvania – based on resilience theory…

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Die Begriffe Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung sitzen anscheinend in der Krise – nicht nur, weil sie ueberstrapaziert, fehlinterpretiert und dadurch ausgelaugt worden sind, sondern, weil sie moeglicherweise die komplexen Zusammenhaenge sich immer weiter destabilisierender Systeme nicht zu fassen in der Lage sind. Nachhaltigkeit will/wollte die bisher ueber nichtnachhaltige Entwicklungen erreichten “Errungenschaften der Zivilisation” mit Muelltrennung, Oekostrom, Biokost in Supermaerkten u.ae. Schoenheits-OPs an der erdoelbasierten Industrie- und Konsumgesellschaft fuer die Zukunft zusammen mit der erdoelbasierten Industrie- und Konsumgesellschaft konservieren. Und das wird wohl nicht lange funktionieren…

Resilienz wiederum hinterfragt z.B. die Rolle der Supermaerkte und beleuchtet deren Gefahrenpotential fuer die Ueberlebensfaehigkeit der Gesellschaft in Krisenzeiten – Stichworte geringe Lagerbestaende, lange Transportwege, industriell-chemische Landwirtschaftsproduktion, Verdraengung der kleinbaeuerlichen Erzeuger. Resilienz, definiert als “Unverwüstlichkeit, Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit” (Quelle >>>) von Individuen oder Systemen, geht davon aus, dass die Zukunft viel Unerwartetes, Gefaehrliches, Nicht-Dagewesenes bringt – und sucht nach Wegen und Gesetzmaessigikeiten der Anpassung und Anpassungsfaehigkeit der betroffenen Subjekte.

Schreibe ueber dieses Thema aus zwei Gruenden. Eigentlich aus dreien. Erstens: Las eben einen Artikel auf Telepolis ueber das Spannungsverhaeltnis der beiden Konzepte Nachhaltigkeit und Resilienz. Zweitens: Habe ich ueber 7-8 Jahre beim Verein Nachhaltiges Schaessburg gemacht und getan – wobei die anhaltende Negativspirale der Schaessburger Stadtentwicklung schon die Frage nach der Zukunft der Stadt und ihrer Bewohner aufwirft. Drittens: Stiess ich schon vor 1-2 Jahren auf das jetzt sehr beliebte R-Wort – und zwar im Kontext eines EU-Forschungsprojektes, das ausgerechnet die Erarbeitung von Zukunftsszenarien fuers darnierderliegende Suedsiebenbuergen zum Ziel hat.

Ja! – und nachdem ich auch die Gelegenheit gehabt habe, im Raum Schaessburg mit einigen der jungen Forscher und Doktoranden der Lueneburger Leuphana Universitaet aus mehreren EU-Staaten zusammenzuarbeiten und zu diskutieren, ist es mir sehr bewusst geworden, dass ihr Forschungsansatz, der auf der Resilienztheorie beruht, die komplexen, problematischen, konflikthaften Realitaeten in zersetzten Gemeinschaften sehr wohl zu (be)greifen vermag und den Bewohnern dieser Region dementsprechend wirklichkeitsnahe Loesungoptionen vor Augen zu fuehren vermag.
Ueber die 4 Entwicklungsszenarien Suedsiebenbuergens im Jahr 2043 (also 30 Jahre nach Projektende) in einem zukuenftigen Posting! Hier erst einmal ein Link zum Blog einiger Projektteilnehmer (mit Texten auf Englisch und viel Bezug zu ihren Arbeiten in den Doerfern und auf den Feldern des ehem. Sachsenlandes): ideas4sustainability.

 

Posted by at 23/03/2014
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