Zar Putin ist schachmatt

Die Absturzursache der MH-17- Maschine scheint jetzt schon so eindeutig zu sein, dass selbst Putin nicht zu verneinen wagt/versucht, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach mit schwerem russischen Kriegsgeraet von moskautreuen Separatisten-Milizionaeren abgeschossen worden ist. Das einzige, was ihm und seinen Botschaftern uebrig belibt, ist, die Schuld mit zynischer Kaltherzigkeit in “bester” KGB-&Sowjetmanier ausgerechnet jenem Staat anzulasten, dessen Souveraenitaetsrechte Putin in der Absturzregion bisher seit mehreren Monaten nicht mehr gelten laesst.

Folglich muesste Putin der Ukraine wieder alle Rechte ueber sein Staatsgebiet zugestehen, damit es (zumindest in Zukunft) “schuldfaehig” ist  und seine subventionierten Paramilitaers aus dem Land umgehend abziehen – oder die Schuld ist weiterhin ausschliesslich bei denen zu suchen, die im Raum Donetzk faktisch die Macht ausueben – und sich gerne als “Staat” ausgeben: die von Moskau/Putin bisher offen unterstuetzten Rebellen. Also schliesslich bei auch  bei Putin hoechstpersoenlich.

Seine Optionen, gemaess der Logik, die seinen eigenen Worten zugrunde liegt:
1. Weiterhin die Schuld von den Rebellen, von ihrem Pseudo-Staat und von sich selbst zu weisen und dadurch implizit Ukraines faktische Ausuebung der Staatsgewalt in der Ostukraine postulieren/fordern – was wiederum das Einmotten der  Rebellenbewegung voraussetzen wuerde; oder
2. Die Schuld bei jenem “Staat” suchen, der im Abschussgebiet faktisch die Gewalt ausuebt: also bei der “Volksrepublik Donetzk” – und einen Gedankengang weiter bei jenem Staat, der letztere am Leben haelt: Russland.

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Natuerlich kann er weiterhin ganz den KGB-maessigen, abgebruehten Realitaetsverweigerer geben – allerdings entpuppt er sich dadurch endlich als das, was er tatsaechlich ist und was er schon wegen der psychologischen Anforderungen seines frueheren Arbeitgebers sein musste: ein Polit-Schurke vom Fliessband der Diktatoren-Schmiede jedoch mit einem hohen Immage-, Gewaltbereitschafts- und Geldkapital auf dem Konto.

Putins politischer Untergang muesste eigentlich nach aller diplomatischen Logik besiegelt sein – und sowas wie eine Zeitenwende der russichen Politik anstehen. Er und seine Dunkel- und  Muskelmaenner im Donbass haben sich ganz unerwartet, dafuer aber monumental und vor den Augen der Weltoeffentlichkeit verzockt. Nur die diffuse aber reale Angst vor einem kollektiven russichen Wutausbruch wird ihm in Zukunft noch die Tueren anderer Staaten oeffnen.

…Oder er hat sonstige Truempfe, die er gegen die USA ausspielen koennte – z.B. indem er ihnen den Mythos von 9/11 um die Ohren haut. Das war im Vergleich um ein Hundertfaches krimineller, was die USA 2001 im eigenen Land unter falscher Flagge angerichtet haben und spaeter unter eigener Flagge im mittleren Osten. Was Putin noch ‘retten’ koennte, ist die Jahreszahl 2014, weil in Europa diese diffuse Angst um eine 1914 reloaded in der Luft haengt und keiner eine uebereilte Eskalation gegenueber Russland wie vor 100 Jahren gegen seinen ‘ewigen’ Verbuendeten Serbien verantworten will. Putin hat am 17. und 18. Juli seinen letzten Schachzug getan und der “Westen” koennte ihn ab jetzt matt setzen.
Wenn er sich denn traut…

Posted by at 18/07/2014
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2 Responses to Zar Putin ist schachmatt

  1. Leser says:

    So ein Schwachsinn …

  2. Anonymous says:

    …wunschdenken – lieber Hansi ??

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