Worueber [nicht] schreiben?

Ueber den anstehenden Prozess unseres Vereins gegen die Schiefergaserkundungsfirma am 16. 10.?
Ueber den 5-taegigen Dreh mit einem kleinen englischen Filmteam ueber die Holzmafia im Szeklerland?
Ueber den Kulturkampf in Radeln zwischen der Tabaluga-Stiftung und dem Haufen verarmter und heruntergekommener Zigeuner, die sich mit den sonderbarsten Methoden gegenseitig die Ortsmitte streitig machen?
Ueber die Deportation der Zigeuner waehrend des Zweiten Weltkriegs nach Transnistrien, zwecks Exterminierung, wo ein Grossteil von ihnen vor Hunger, Durst und Kaelte elendiglich zugrunde gingen? Andere ueberlebten nur, weil sie ihre Stammes- und Familienangehoerigen verspeisten…
Ueber den Mord eines Zigeuners an einem Szekler Mann in einem Dorf bei Neumarkt vor 2 Jahren – wegen einer 11 kg schweren Eisenstange?

schr-maschine

Ueber die feigen Szekler, die sich nicht trauen, mit einem SPIEGEL-Journalisten ueber die Folterqualen zu reden, die sie seitens des nationalkommunistischen Milizionaers und jetzigen Chefs der Kreispolizei Harghita ertragen mussten?
Ueber die tapfere Szeklerin aus Neumarkt am Mieresch, die von den nazimaessigen Ordnungshuetern der Stadt (fast allesamt ethnische Rumaenen) mit 1500 Lei Geldstrafe belegt worden war, weil sie sich getraut hatte, den Markthaendlern in ihrer sprachlich umkaempften Stadt zweisprachige Warenschilder zu verteilen?
Ueber den feigen Szekler, der sich nicht traut, mit mir ueber die Holzmafia in seinem Ort zu reden, die ihm den Wald wegstiehlt – und das nur weil ein Richter den Diebstahl koordiniert?

Ueber das ASTRA Dokfilm-Fest, das naechsten Montag beginnt und dem ich wie einem Urlaub entgegenfiebere – v.a. weil ich mir eine Akkreditierung ‘verschaffen’ konnte und so 1 Woche lang gratis die neuesten Dokumentarfilme geniessen kann + gratis im Hotel wohnen + gratis das schlechte Essen vom Catering-Service geniessen darf?
Ueber den geplanten Versuch per Gerichtsbeschluss unseren ultrakorrupten Buergermeister Doanesan loszuwerden?
Ueber meinen gemuetlichen Holzofen, mit dem ich im Winter meine Wohnkueche fast gratis heize – wobei das Bad aber eiskalt bleibt, so dass ich mir was einfallen lassen muss. Denen von EON Gas goenne ich es aber definitiv nicht mehr, die ueberhoehten Gasrechnungen zu bezahlen.

Ueber die Weintrauben, die ich bald in meinem Hof ernten muss, um sie zu Wein pressen zu lassen?
Ueber die Haselnuesse, die kiloweise am Wegrand im Dorf Corbu, bei Borszek/Borsec lagen?
Ueber den Roibusch-Tee, den ich mir im Julius-Cafe gerade eingefloesst habe?

Oder lieber darueber, dass ich mein mobiles Internet-Abo gekuendigt habe? Eigentlich habe ich das Internet satt. Es ist mir ein nuetzliches Werkzeug, aber ich geniesse es mehr und mehr, 1-2-3 Tage keine Emails und Facebooks und NeuerWegs und Spiegels zu lesen. Es ist fast sowas wie Luxus!

Posted by at 08/10/2013
Filed in category: Dies & Das,

5 Responses to Worueber [nicht] schreiben?

  1. Anonymous says:

    “Ueber meinen gemuetlichen Holzofen, mit dem ich im Winter meine Wohnkueche fast gratis heize – wobei das Bad aber eiskalt bleibt, so dass ich mir was einfallen lassen muss.”

    Da gibt es 2 praktikable Lösungen:

    1. Einen sogenannten “Kohlebadofen”, der fast immer ebenso gut mit Holz beheizt werden kann. Solche Badeöfen waren früher in Rumänien recht verbreitet. Sicher kann man so was für ein paar Löwen oder sogar nur fürs Abholen wo “abstauben”. Das Ding muss dann an den Kamin und an das Wassersystem angeschlossen werden. An sich keine Hexerei. Hat den Vorteil, dass er nicht nur das Badewasser erwärmt sondern auch das Badezimmer gleich mit warm macht. Macht aber Arbeit, das ist klar.

    2. Ein Küchenherd mit Wasserregister. Sowas kann auch von einem guten Hafner gesetzt werden. Das Wasserregister sind an sich Wasserheizschlangen durch die das zu erwämende Wasser fließt und einen Boiler anspeist. Mit so etwas kann man auch ein nicht zu großes Haus zentral heizen. Geht durchaus auch nach Thermosyphonprinzip. Wie fast alle Holzheizungen läßt sich so ein Küchenheizherd nur relativ schlecht regeln. Ist man aber einmal gewohnt damit umzugehen, dann kann man damit recht komfortabel leben. Solche Dinger wird man möglicher Weise in Westeuropa noch gebraucht erstehen können. Aktuell weiß ich keine Firma, die so was noch produziert. Vorsicht: Solche “Bären” sind hundsschwer!
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    “Ueber die Weintrauben, die ich bald in meinem Hof ernten muss, um sie zu Wein pressen zu lassen?”

    Sind das noch Selbstträgerweintrauben? Wenn ja, welche? Es gelang mir in Rumänien nur im Tschangoland Selbstträgerwein zu kaufen. Rein zufällig stolperte ich dort vor 10 Jahren im Spätherbst, so um diese Zeit herum, durch die Gegend und bemerkte einen kleinen Weingarten, der mit (vermutlich) Othello- oder Isabellarebstöcken bepflanzt war. Die Trauben hatten den typischen ein wenig nach Gummiarabicumm gemahnenden Geschmack, der mir persönlich taugt. Nach Rumfragen im Ort konnte ich wirklich aus solchen Trauben gekelterten Wein kaufen. Leider war er aufgezuckert, da das die Lagerfähigkeit erst schafft. Persönlich ziehe ich diesen Wein vor, wenn er ohne Zuckerzusatz gekeltert wird. Oft flockt er dann aus, bzw. wird er sogar rasch ungenießbar, wenn er nicht wirklich kühl gelagert wird. Er sollte relativ rasch konsumiert werden.

    Persönlich würde ich den aus solchen Trauben gepressten Saft erst gar nicht zu Wein werden lassen sondern ihn mit großer Lust und heftigem Vergnügen bereits als Sturm (“Rampasch”) genussvoll aussüffeln. So ein Selbstträgertraubensaftsturm ist echt köstlich!

  2. Hanseat says:

    Also wenn Du schon so fragst: Ich wäre ja an Deiner Analyse des ASTRA-Dokfest-Programms interessiert!

    Und bitte nicht ganz vom Internet abkoppeln! Wäre zu schade an dieser Stelle nix mehr lesen zu dürfen :)

  3. Anonymous says:

    Den Ort, wo ich Selbstträgerwein zu kaufen bekam, vergaß ich anzuführen.

    Das war in Külsőrekecsin (Fundu Răcăciuni) im (aktuellen) rumänischen Gerichtsbezirk Bachau (Bákó bzw. Bacău).

    Sturm (Federweißer/Federroter/Bremser/murci/godlos/rampaş – um zur besseren Orientierung nur einige mir dafür bekannte Namen anzuführen) ist übrigens in Rumänien auch relativ schwer zu kaufen. Die Leute scheinen das dort nicht gerne zu konsumieren. Hier in unserer Gegend gibt es eine “Sturmkultur”, wo von Anfang August bis kurz nach Frosteintritt frischer Sturm verfügbar gehalten und in sehr vielen Gastlokalitäten ausgeschenkt wird. Entlang einiger Straßen gibt es auch eigene Stände/Hütten/einfache Schänken in denen während dieser Periode solche Getränke aber auch frischer Traubenmost und gegen Ende der Saison noch Staubiger, der bereits stark vergorene und wie “staubig” aussehende Sturm, zum Flaschenverkauf und auch sofortigen Konsum angeboten werden.

    Deftiges Schwarzbrot, ein Berg Knoblauch und/oder knackiger Zwiebel dazu, je nach persönlicher Präferenz entsprechend präparierte Teile toten Getiers oder z.B. auch g´schmackig g´selchter Tofu, passen da vorzüglich dazu!

    Ist es bereits ungemütlich kühl draußen, dann hebt ein heiß gemachter Sturm die Lebensgeister im Null Komma nix! Aber aufpassen! Der Sturm ist ein arg flinkes Luder, der läuft beim Heißmachen schneller davon als man nur zu schauen vermag und dabei gibt´s “große Schweinerei” in der Kuchl!

    Sturm und Staubiger gehören nun einmal zu den Spätsommer- und Herbstfreuden wie all die wunderbar schmeckenden Nüsse und Beeren die diese Jahreszeit – denen die sie zu genießen verstehen – offeriert. Es gibt da doch so viel davon …

    Dirndeln /Kornelkirschen, Schlehen, Hetschipetsch/Hagebutten, Sanddorn, Weißdorn, die vielen anderen Beeren und auch Fruchtsorten, die überall am Wegesrain und vor allem in Windschutzhecken gedeihen, etc.

    Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln (sind in unseren Breiten nicht leicht zu finden) sind da einige der “fettigen” Früchte.

    “Wilde” Mirabellen, Zwetschken, Äpfel, etc. gibt es ebenfalls so gut wie überall. Wer ausreichend Kenntnis, Zeit und Muse hat, kann all diese Köstlichkeiten fachkundig haltbar gemacht in Gläser und Flaschen verpacken und sich daran das ganze folgende Jahr über delektieren!

    All diese Köstlichkeiten stechen optisch zumeist (Ausnahmen bestätigen die Regel, Sanddorn, Dirndln und Hetschipetasch sind kaum zu übersehen) nicht ins Auge des oberflächlichen Betrachters, sind eher unauffällig, und das Abbrocken ist nicht ganz so bequem, da u.a. die Zweige der Fruchtträger vielfach mit Dornen gesichert sind.

    Es lohnt jedoch, so man es sich zeitmäßig einzurichten vermag und einen gewissen Sinn für die reichlich angebotenen Schätze unserer Natur beibehalten/wiederentdeckt – wie auch immer das im Einzelfall sein mag – hat.

    Kennt wer hier den in vielen Teilen Sloweniens angebotenen Cviček? Diese Art von rotem Wein kommt im Geschmack ein wenig in die zuvor angerissene Geschmacksrichtung. Es gelang mir bis dato nie so etwas Ähnliches in Rumänien zu bekommen. In der Steiermark ist z.B. der Schilcher ein wenig in dieser Art. Es wäre erstaunlich, gäbe es so etwas gerade in Rumänien nicht. Allerdings wird es wohl ausgezeichnete Landeskenntnis voraussetzen um so was aufzutreiben. Da wird es sicher weit Bessere als mich geben …

    • hans says:

      also, ich finde es leicht sadistisch, so ausfuehrlich ueber den konsum von gaerendem traubensaft zu schreiben und alles im virtuellen bzw. geographisch fernen oesterreich zu belassen! schicken sie doch eine kiste sturm rueber – als humanitaere geste sozusagen! sonst sehe ich mich gezwungen, meinen eigenen saft zu keltern und ihresgleichen damit per blogeintrag zu foltern!

  4. Anonymous says:

    … ohjegal!

    Wann immer ich guten Sturm von hier nach dort (Rumänien) gebracht habe, hat das eine veritable Sauerei im Transporvehikel verursacht. Sturm kann/soll nicht verschlossen werden und wird am besten in Kühlfahrzeugen transportiert. Der übliche Verschluss einer Sturmflasche ist eine Staniolfolie. Es geht auch ganz stillos in Plastikflaschen, aber die muss man ganz oben am Gewinde am besten mit einem gröberen Sägeblatt ein bis zwei mm tief einritzen um das Entweichen von Gasen (die Flasche ist dadurch natürlich nicht mehr richtig dicht zu verschließen) zu ermöglichen. Macht man das nicht, so riskiert man, dass das Ding birst! Spätestens beim Öffnen kommt allerdings auch dann, wenn die Flasche nicht bersten sollte, alles raus und meist ins Gesicht …

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