Und Ungarn hat (teilweise) doch recht. Gedanken zur Fluechtlingswelle, Europas Zukunft und nahen Vergangenheit

20 Millionen Fluechtlinge um die EU herum – diese Zahl hat EU-Erweiterungskommissar Hahn neulich in den Raum geworfen. Und hinzugefuegt, dass sich diese angeblich in Bewegung gesetzt haetten. Richtung Europa, wenn ich richtig verstehe… SPIEGEL ONLINE schrieb am heutigen Sonntag von 100.000 Afghanen, die woechentlich ihre Heimat verliessen – meist auf Arbeitsuche in die Laender der Region, teilweise aber auch, um ihr Glueck in der EU zu suchen. Angenommen, es kaemen “nur” bescheidene 5 Millionen (1%+ der EU-Bevoelkerung), waere das aus Sicht der Bevoelkerungszusammensetzung und kollektiver Identitaeten schon erheblich – was uns auch die sog. “Minderheitenproblematik” in den Laendern Osteuropas in neuem Lichte erscheinen laesst.

Wenn naemlich 1% nicht unerheblich sind, dann umso weniger ethische/religioese Mischungsverhaeltnisse von 10, 30, 95% in den Laendern des oestlichen Europa, die sich selbst in heutigen EU-Mitgliedsstaaten seit 1918(!) in verfassungsmaessig verankerten, verwaltungstechnisch etablierten Ueber- und Unterordnungsverhaeltnissen zwischen ethnischen Mehrheiten und Minderheiten aeussern. Will damit sagen: Vergessen wir im Osten lieber den defekten terminus technicus “Minderheit”! Hier sind alle Einheimische und staatsbildende Volksgruppen und nicht Minderheit versus Mehrheit. Mit dieser Neudefinierung koennen wir auch viel besser mit den Neuankoemmlingen umgehen und zukunftsweisende Loesungen suchen/finden – und z.B. bewusst (An)Siedlungsprojekte in Angriff nehmen.

Zurueck zu den 20 Millionen ausserhalb unserer Grenzen und deren moegliche Absichten, teilweise nach Europa einzuwandern: In diesem Kontext erscheint mir die offen feindselige ungarische Abschottungspolitik in ganz neuem Licht: Ungarn ist einfach viel eher mit dem Ausmass der Voelkerungswanderung konfrontiert und reagiert entsprechend seiner exponierten Lage ohne natuerliche Grenzen (danke, Frankreich/England/USA,1920, fuer Trianon!) mit den ihm zur Verfuegung stehenden Mitteln: Zaeune bauen. Deutschland undteilweise Oesterreich sind nach 1945 geschichtlich bedingt auf Oeffnung und Weltbuergertum umgepolt (worden), haben diese Rolle mehr und mehr verinnerlicht und v.a. Deutschland spielt sie gekonnt und mit Inbrunst – und doch stossen beide Laender zur Zeit doch auch an ihre Grenzen – im wahrsten Sinne des Wortes. (Kritisiere das nicht, sondern stelle nur fest.)

Die Nachbarstaaten Ungarns und andere EU-Laender reagierten inzwischen zeitversetzt nicht weniger drastisch, wenn auch ohne Zaeune zu bauen, selbst wenn sie sich das rituelle argumentative Eindreschen auf Ungarn im Vorfeld nicht verkneifen konnten (danke, Trianon!). Schlussfolgerung: Ungarn hat (leider?) recht – wenn auch nur teilweise. Aber es hat eben auch recht. Wer das verstehen will, der moege das tun, wer nicht, der kann sich weiterhin mit der offen ihre Hungarophobie zelebrierende Hetzpostille Pester Lloyd aufwaermen, die den stillen oder manchmal auch schrillen juedisch-ungarischen Deutungskrieg um die Geschehnisse des XX. Jahrhunderts in Ungarn als “Journalismus” zu tarnen versteht, wohl wissend und professionell ausnutzend, dass es im deutschsprachigen Raum genuegend unkritische, weil historisch darauf konditionierte Abnehmer fuer diese mediale Ware gibt.

Der tabuisierte Fragenkomplex ist und bleibt: Welche der beiden Seiten hat wann was verbockt bzw. verbrochen (denn fuer Liebe, Krieg und Tango braucht es immer zwei): I. Weltkrieg, Pariser Diktatfrieden von 1919/20, Protektorat ueber Palaestina, Raeterepublik, Horthy-Zeit, II. Weltkrieg und Pfeilkreuzler/Holokaust, Kommunismus/roter Holokaust, Staat Israel, Postkommunismus/Wettbewerb bzw. Steuerung/Tabuisierung der Erinnerungen. Um ueber diese praegenden/traumatisierenden Ereignisse des XX. Jahrhunderts in Ungarn NICHT aus ganzheitlicher Sicht, quasi als “Paket” zu sprechen, schiessen allem Anschein nach deutschsprachige ungarlaendische Juden aus ihrer medialen Festung Pester Lloyd auf alles, was ihnen allzu ungarisch daher bzw. vor die Flinte kommt. Zum Beispiel auf Viktor Orban. Wobei das Aufkommen und die Aggressivitaet der neuen Rechten in Ungarn durchaus als Symptom der bisherigen Traumata und Tabuisierungen (legitimer) ungarisch-nationaler Interessen waehrend des XX. Jahrhunderts gelesen werden kann. Im Gegenzug kann die mediale Aggressivitaet der neuen Linken/Liberalen nach 1989 auch als Ausdruck juedischer Traumata in Ungarn bis 1945 verstanden werden. Das Henne-Ei-Dilemma…

Und da wir schon ueber Umwege bei diesem (schwierigen) aber doch realen Thema gelandet sind: Die sich laut, sichtbar, bevoelkerungsreich und gewaltbereit zu Worte meldende islamische Komponente der abrahamitischen Dreierreligion koennte die etablierte, rollenverteilte christlich-juedische Beziehungskiste noch einmal fuer neue Bewertungen und Deutungen oeffnen. Und fuer den Fall, dass in einigen Jahrzehnten, oder auch nur Jahren der ‘run’ der Muslime nicht mehr auf Europa, sondern auf den mythengeladenen Raum genannt Heiliges Land stattfinden sollte, wird Europa und das, was wir christliches Abendland nennen, in Zukunft erneut Heimat und Zuflucht der dereinst vertriebenen/gefluechteten Israelis sein. Eine pragmatische, selbstkritische, tabufreie Diskussion ueber das, was war, sichert (erst) den moeglichen Erfolg dessen, was kommen mag. Ansaetze dafuer gibt es laengst – passenderweise aus ungarisch-juedischer Perspektive. LINK: Ein Hauch von Sonnenschein, ein Film ueber den Werdegang einer juedischen Unternehmerdynastie in Ungarn waehrend des IXX. und XX. Jahrhunderts, quer durch die Irrungen und Wirrungen aller Ideologien und Zeitlaeufte.

Zurueck zu den Fluechtlingen: Nachdem es kein Geheimnis mehr ist, dass die aktuelle Fluechtlingswelle u.a. entscheidend durch den tuerkischen Premier Erdogan ausgeloest wurde, der aus welchem Grund auch immer die Westtore der Tuerkei fuer die Migranten oeffnete, wird deutlich, was sich sowieso jeder, der sich das Denken nicht selbst verbietet, an den eigenen Fingern abzaehlen kann, und zwar, dass Massenmigration nicht spontan geschieht und kein Sonntagsausflug mit der Familie in eine bessere Zukunft darstellt, sondern eine dramatische bis traumatische individuelle und kollektive Reaktion von Menschenwesen auf die miteinander verflochtenen Handlungen maechtiger staatlicher und nichtstaatlicher Akteure, hinter denen sich ebenfalls Menschenwesen verbergen. Folglich kann in diesem Falle die Antwort aus europaeischer/deutscher Sicht nicht (allein) aus moralischen Appellen pro Einwanderung oder aus Hasstiraden dagegen bestehen, sondern aus wohlueberlegten, realitaetsbasierten Handlungen, die die Ursachen der Fluechtlingswelle ebenso im Auge behalten wie deren Ausmass, zukuenftige Entwicklungen sowie Strategien im Ungang damit.

Sollten tatasaechlich Millionen aus dem Osten und Sueden in die EU draengen, dann verstummen mit Sicherheit die aktuellen ans Blauaeugig-Naive grenzenden Gutmenschparolen, denen wir heute noch den Status von “Argumenten” zuweisen – andererseits werden Ungarns Grenzzaeune auch kaum/nichts mehr helfen. Dann muessten wir uns schon wieder ganz neue Loesungszenarien ausdenken. Bewusste Ansiedlungen in Grenzgebieten und grosszuegige Ausstattung der Neuankoemmlinge mit Langzeitvisa/Bleiberecht, sowie mit sprachlichen und Selbsterwaltungsrechten – aehnlich einem grosszuegigen Minderheitenschutz, der z.B. den Ungarn in ihren traditionellen Siedlungsgebieten auf dem heutigen Staatsgebiet Rumaeniens, der Slowakei und Serbiens dank Trianon teilweise verweigert wird).

PS: Der meiner Meinung nach (seitens Ungarns) teilweise inszenierte Fluechtlingszirkus in Ungarn selbst, samt Happyend-Loesung in Deutschland hat immerhin den Anstoss zu einem neuen Loesungsversuch der Syrienkrise gegeben – wenn auch unter russischem Szepter. Aus dieser Perspektive koennte man fast versucht sein zu glauben, dass alle Akteure dieses Dramas ein Interesse an der Inszenierung des Dramas hatten, um dadurch Akzeptanz fuer den strategischen Meinungswandel gegenueber Russsland zu schaffen um so der Hoelle in Syrien und Irak irgendwie beizukommen. Ungarn war wieder einmal auf die Rolle des boesen Buben abonniert , auf dem die Nachbarstaaten wie in den schlechten alten Zeiten der Kleinen Entente nach Belieben herumhacken duerfen (danke, Trianon!), jetzt spielten Deutschland und Oesterreich ausnahmsweise mal die so begehrte, historische Hollywoodrolle des guten Cowboys, Russland inszeniert sich routiniert als Macho, Macher und Mann fuers Grobe – und die USA und GB, mit die Hauptverantwortlichen der Misere im Nahen und Mittleren Osten, scheinen immerhin den Deal zu akzeptieren.
Der Mensch ist in seiner Unvernunft doch auch vernunftbegabt… Scheinbar.

fj1
Fluechtling und Gendarm. Quelle: taz.de

Posted by at 27/09/2015
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9 Responses to Und Ungarn hat (teilweise) doch recht. Gedanken zur Fluechtlingswelle, Europas Zukunft und nahen Vergangenheit

  1. Alexander Eickhoff says:

    Es spielt unter dem Strich keine Rolle ob Ungarn, oder wer auch immer, seine Ressentiments aus der Vergangenheit zu erklaeren versucht oder gar ihre Berechtigung! Wir erleben eine Voelkerwanderung die sich, ausgeloest durch Kriege und Existenzbedrohung, mangelnde Lebensperspektiven und das Fehlen von Toleranz unter den Volksgruppen, zu uns oder ueber uns ergiesst. Was von Beidem ist eine Frage kluger Antworten!
    Wenn Ungarn Recht hat mit seiner Reaktion der Ausgrenzung und dies als Folge der Ungerechtigkeiten des Vertrages von Trianon rechtfertigt, dann haben auch die Muslime das Recht die jahrhundertelangen Ungerechtigkeiten die ihnen durch Kolonialmaechte und westlichen Imperialismus zugefuegt wurden in fanatischen, intoleranten Haltungen gegen Andersglaeubige abzureagieren! Wie man leicht versteht ein nicht tolerabler Weg in einer gemeinsamen Welt, fuer die Muslime nicht und auch fuer Ungarn nicht!
    Wird diese Haltung des sich selbst bemitleidenden Staatsvolkes zur anerkannten Begruendung fuer Politik, dann werden wohl demnaechst Italiener in Frankreich oder Westdeutschland den ungerechten Verlust ihrer Provinzen an Barbaren beklagen, in Deutschland wuerde die Diskussion ueber den Verlust der Ostgebiete wieder aufflammen.
    Viel entscheidender allerdings ist die Frage ob solche europaeische Nabelschau auch nur einen Fluechtling von der Absicht abruecken laesst fuer sich und die Seinen eine Situation, eine Umgebung zu suchen, die ein Leben ohne Gewalt, aber mit Aussicht auf persoenliches Glueck, greifbar erscheinen laesst.
    Hier bietet Europa von aussen betrachtet selbst mit rechter Hetze, Grenzzaeunen und, aus afrikanischer und nahoestlicher Sicht, gemaessigten ethnischen Konflikten eine erheblich bessere Grundlage.
    Ganz abgesehen von geopolitischen Migrationgruenden stehen wir an der Schwelle von klimatisch bedingtem Migrationdruck. Europa steht im Zentrum all dieser Fluechtlingsstroeme ist es doch, und war es schon immer in der Menschheitsgeschichte, sowohl vom afrikanischen als auch vom asiatischen Kontinent zu Fuss erreichbar, Amerika und Australien sind da aussen vor! An unseren Straenden und Grenzen branden die Fluechlingsstroeme an, wir stehen an der Front dieses Massenumzugs von Menschen in eine bessere Zukunft! Wir muessen entscheiden sie an Land oder ersaufen zu lassen!
    Es gibt daher nur zwei moegliche Antworten auf diese Situation, naemlich entweder finden wir als Europa einen gemeinsamen Weg die Fluechtlinge aufzunehmen und Druck auf Amerika und Australien auszuueben sich an dieser Aufgabe angemessen zu beteiligen, gleichzeitig die Migrationgruende in den Herkunftsstaaten zu beseitigen oder zu mildern, oder wir unternehmen den letztlich vermutlich zum Scheitern verurteilten Versuch unsere Aussengrenzen mit Zaeunen und Waffengewalt gegen die Fluechtlingsstroeme zu halten. Letzteres waere ein kultureller Offenbarungseid aller Europaeer und nach meinem Verstaendniss allein auf Grund der Zahlenverhaeltnisse zwischen “Verteidigern” und “Angreifern” nicht realistisch.
    Offensichtlich wird, dass es keinen Weg fuer Kleinstaaterei und Egoismen in Europa gibt angesichts der Groesse der Aufgabe die unweigerlich auf uns zukommt. Wer, wie viele Politiker in Europa, gegen eine kulturelle Verfremdung Europas anzutreten vorgibt, sollte sich zudem genau ueberlegen ob er mit der populistischen Haltung gegen Fluechtlinge die Kultur und Werte Europas nicht viel nachhaltiger zerstoert als es eine “Islamisierung” koennte!

  2. galut says:

    Ich möchte zum folgenden Absatz Stellung beziehen:

    “Um ueber diese praegenden/traumatisierenden Ereignisse des XX. Jahrhunderts in Ungarn NICHT aus ganzheitlicher Sicht, quasi als “Paket” zu sprechen, schiessen allem Anschein nach deutschsprachige ungarlaendische Juden aus ihrer medialen Festung Pester Lloyd auf alles, was ihnen allzu ungarisch daher bzw. vor die Flinte kommt. Zum Beispiel auf Viktor Orban. Wobei das Aufkommen und die Aggressivitaet der neuen Rechten in Ungarn durchaus als Symptom der bisherigen Traumata und Tabuisierungen (legitimer) ungarisch-nationaler Interessen waehrend des XX. Jahrhunderts gelesen werden kann. Im Gegenzug kann die mediale Aggressivitaet der neuen Linken/Liberalen nach 1989 auch als Ausdruck juedischer Traumata in Ungarn bis 1945 verstanden werden. Das Henne-Ei-Dilemma…”

    In meinen Augen stellt eine dermaßen vereinfachte Sicht auf die gesellschaftspolitischen Diskurse in Ungarn eine antisemitische Deutung derselben dar. Zuallererst deshalb, weil hier die “ungarländischen Juden” von den Ungarn bzw. “ungarländischen Christen” getrennt, und abgesondert werden – wie anno dazumal in den 1940er Jahren, als man aus jüdischen Ungarn ebenfalls in Ungarn lebende Juden gemacht hat. Außerdem: ich habe keine Ahnung, welche Schreiberlinge von PL jüdisch sind und wie viele es sind. Genauso wenig wie ich weiß, wer und wie viele Mantafahrer, Linkshänder oder BVB-Fans sind. Entweder ein Argument überzeugt oder nicht – unabhängig von der Religion seines Autors. Aber eine solche Zugehörigkeit festzuhalten, heißt, auf sie zu achten. Man achtet nun nie auf das Erwartete und Gewöhnliche, denn das lohnt sich nie, sondern immer nur auf die Ausnahme, das Abweichende etc. Jetzt ist nun einmal es ziemlich gewöhnlich, wenn ein Journalist Christ oder religionslos ist – wer dagegen Juden zählt, muss auf diese achten, sie also besonders beachten. Und da er eben auf Juden achtet, hat er mit denselben ein Problem. Schließlich muss noch gesagt werden, dass es sehr wohl sehr viele Orbánkritiker in Ungarn gibt, die nachweislich keine Juden, sondern einfach anderer politischer Meinung sind. Es ist daher falsch und müßig, eine Gegenüberstellung zu suggerieren, wonach wer Orbán kritisiere, kein richtiger Ungar, vielmehr ein Jude sei.

    Schade, dass dieser schlecht überdachte Absatz den ansonsten recht guten Beitrag im Niveau runterzieht. Wobei mich jene Überlegung nicht ganz überzeugt hat, wieso man sich nun vom Begriff “Minderheit” verabschieden sollte, nur weil die Zahl der Migranten zunimmt. Genau das Gegenteil müsste richtig sein: es müsste endlich eine Trennschärfe eingeführt werden, die einschlägigen Begriffe müssten endlich mal voneinander getrennt werden.

  3. galut says:

    Habe vorhin den dritten Aspekt mit den Orbankeitikern nicht richtig durchdacht ausgeführt. Das Fazit sollte sein: Da es also nicht nur jüdische Orbankritiker gibt, bedeutet die Gleichsetzung der Orbankritiker mit den Juden, dass man den jüdischen Orbankritikern eine besondere Bedeutung zuspricht, über ihre tatsächliche Bedeutung hinausgehend. Denn hier wird pars pro toto genommen, damit aber ein Mummenschanz aufgebaut, ein beliebtes Feindbild der ungarischen Rechte, nämlich das Feindbil der “ungarländiscchen Juden”, die alles Nationale kritisieren. Da es aber nun einmal auch viele nichtjüdische Orbankritiker gibt, bedeutet dieses Versteifen auf die Juden erneut, dass der Autor selbst ein (sich selbst nicht eingestandenes?) Problem mit den Juden hat. Dessen konkrete Analyse muss schon er selbst leisten.

  4. duff beer says:

    was hat trianon mit den migranten zu tun?
    sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten dass V.Orban kein schurke ist, bloss “die juden” haben was gegen ihm und deswegen steht er unrecht so schlecht da in der mainstream presse?
    er hat schon genug fans auf facebook, die aber alle auch ausländer raus sagen -mehr braucht man eigentlich gar nicht wissen,
    die welt braucht keine Orban- und Putinversteher, ist schon schlimm genug, man braucht keine verschwörungstheoretiker

    • hans says:

      @duff beer: die antwort auf ihre frage ist im von ihnen kommentierten text enthalten.

      ZITAT: “Ungarn ist einfach viel eher mit dem Ausmass der Voelkerungswanderung konfrontiert und reagiert entsprechend seiner exponierten Lage ohne natuerliche Grenzen (danke, Frankreich/England/USA,1920, fuer Trianon!) mit den ihm zur Verfuegung stehenden Mitteln: Zaeune bauen”

      • duff beer says:

        welche natürliche grenzen? trianon ist geschichte, jetzt ist schengen.
        die argumente der Orbanfreunde sind genau wie derer, die nachher von auschwitz nichts gewust haben wollten.
        und es sind so viele, und die machen mir angst, nicht die flüchtlinge

        • hans says:

          richtig: trianon (und versailles) ist/sind geschichte(eine geschichte kollektiver geostrategischer vergewaltigung, die erst den rechtsextremismus und WK II. ‘produziert’ haben. das ist grundkurs in geschichte und jeder informierte historiker weiss das – oder ignoriert/verdraengt die wichtigkeit jener pseudofriedensvertraege. merke: trianon und versailles waren chronologisch vor auschwitz, selbst wenn das eine das andere nicht rechtfertigt. (im sinne rationalen meinungs- und informationsaustausches lassen wir aber lieber so bedeutungsgeladene woerter wie auschwitz und antisemitismus oder gar verschwoerungstheorie aus der diskussion – denn diese begriffe garantieren nur das abweichen von oder gar das scheitern der desinteressierten wahrheitssuche.)
          in folge von trianon hat ungarn keine natuerlichen grenzen im sueden und osten (donau und karpaten) und ist entsprechend exponiert – so auch in sachen wasserwirtschaft. ein blick auf die landkarte genuegt. ungarns osten steht regelmaessig unter wasser und die theiss spuelt plastikmuell aus der karpatoukraine an. menschenmassen “fliessen” aehnlich wie wassermaassen. natuerliche barrieren wuerden diese aufhalten bzw. umlenken.

        • hans says:

          wuerden sie grundkenntnisse in ungarischer geographie und geschichten besitzen, wuerden sie nicht fragen, “welche natuerlichen grenzen?” daraus schliesse ich, dass sie nicht so sehr am informationsaustausch und an wahrheitsfindung interessiert sind, sondern am durchsetzen ihrer meinung ueber das, was sie ueber ungarn (nicht) wissen.

          PS: ueber den hochproblematischen charakter von trianon (das ich wissentlich als kollektive geostrategische vergwaltigung bezeichnet habe) fuer das gesamtgefuege der ungarischen gesellschaft im XX. und XXI. jahrhundert, koennen sie sich aus glaubwuerdigster quelle ueberzeugen. suchen sie auf SPON nach keno versecks artikel zu dem thema, in dem er den historiker KRISZTIAN UNGVARY zitiert. beide personen neigen eher liberalen positinen zu und sind teilweise offene orban-kritiker. dass sie trianon trotzdem unideologisiert zu betrachten ‘wagen’, spricht fuer sie undd fuer die einschaetzungen, die ich ebenfalls geaeussert habe.

          merke: das leben, ddie geschichte und die politik sind komplex. die aussensicht des betrachters baut auf einem vielgeringeren wissenstand auf aals die innensicht der entscheidungstraeger. davon sllten wir ausgehen, wenn wir komplexe politische ereignisse/phaenomene betrachte und besprechen, sonst landen wir in der ecke der kiebitze, die immer besser zu wissen glauben, was die spieler (kartenspiel, fussball, politik, krieg und frieden) zu tun haben, ohne zu ahnen, wie laecherlich sie dabei sind.

          mit gruss,

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