Teilzeitcowboy in Transylvanien (III). Intensive Langeweile

Tag 2 (Dienstag):
09.30h: Habe probeweise ein klein wenig ausgemistet, v.a. auch damit die Kuhburschen sehen, dass ich weiss, an welchem Ende die Mistschaufel gehalten wird. Es beeindruckt sie nicht, sondern macht ihnen eher Sorge, dass ich nun dem Chef nach Deutschland berichten werde, ich haette ausgemistet, weil es sonst niemand getan haette.
Anschliessend Kuehe gezaehlt: 44; Schaf gezaehlt: 1; Pferd gezaehlt: 1; Schwein gezaehlt: keins.

Abends bei der Milchannahme ein Ultrakurzgespraech mit dem Milchburschen ueber die Milchproduktion im Dorf: 160 Liter/Tag von ungefaehr 35 Kuehen. Kuhtendenz fallend, weil angeblich unrentabel. Junge Leute haben selbst auch kaum noch Lust auf Landwirtschaft, weil angeblich unrentabel und mittlerweile sogar buerokratisch. (Und wenn ich an die Kneipengespraeche der Jugendlichen denke, die sich gerne um getunte und bespoilerte VW Golfs drehen, wundert es mich nicht, dass selbst der unscheinbare Kuhjunge von der Farm jedes Jahr fuer ein paar Wochen als Erntehelfer nach ‘Germania’ faehrt. Zwei Monate spaeter kommt er mit 2000 Euro zurueck – und findet das WENIG bzw. seinen dortigen ‘Patron’ verrueckt.)

…………………………………………………….

Tag 3 (Mittwoch):
10.00h: Kuehe gezaehlt: 44; Schaf gezaehlt: 1; Pferd gezaehlt: 1; Schwein gezaehlt: keins.
Anschliessend das Pferd kurz in den Hof ausgefuehrt, damit es nicht vergisst, wie die Welt dort draussen ausschaut. Wuerde es gerne striegeln und die Hufen saeubern, habe aber kein Werkzeug dafuer – und ihm den Fuss hochheben, akzeptiert das Viech sowieso nicht, stattdessen zwickt es mich mit den Zaehnen bei jedem meiner Versuche. Dieses Tier ist mir trotzdem sympathisch. Morgen goenne ich ihm einen laengeren Spaziergang.

Abends bei der Milchannahmestelle… da war ich heute nicht mehr anwesend. Die Dunkelheit, die Kaelte und die intensive Untaetigkeit, die das Dorfleben gerade beherrschen, kommen nicht an gegen die Verlockungen von Email, Facebook, Mobiltelefon und gegen eine warme Stube. Rode ist auch nicht mehr, was es frueher mal war.

PS: Morgen gibts auch wieder Fotos. Heute bin ich einfach zu faul, um eins hochzuladen! Bitte um euer Verstaendnis!

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Posted by at 19/12/2012
Filed in category: Dies & Das, Politik & Wirtschaft, and tagged with:

2 Responses to Teilzeitcowboy in Transylvanien (III). Intensive Langeweile

  1. Reinhard says:

    Hallo Kuseng, gibt es auch einen 4-ten Teil?????

    bei deiner Mitteilung:

    “Kuehe gezaehlt: 44; Schaf gezaehlt: 1; Pferd gezaehlt: 1; Schwein gezaehlt: keins.”

    …lache ich immer mit Tränen……..

    Grüße aus Fürth!

  2. hans says:

    teil 4 ist schon gepostet! (teil 5 folgt vielleicht auch noch!)

    ja, was kann ich dafuer, dass beim zaehlen des schweines immer wieder KEINES da ist! 😉

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