SCHWEIGHOFER importiert und verarbeitet Holz aus dem Raum Tschernobyl

HOLZINDUSTRIE SCHWEIGHOFER mit Sitz in Sebes/Mühlbach in Rumänien importiert und verarbeitet in seinem Großsägewerk in Radautz/Radauti nahe der ukrainischen Grenze Kiefernholz, das zum Teil aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Sperrzone von Tschernobyl stammt. Den Beweis liefern mehrere ukrainische Frachtbriefe, in deren Kopfzeile jeweils die Lieferanten genannt werden – i.d.R. staatliche Forstbetriebe aus genanntem Gebiet (siehe unten).

Die Unterlagen, die uns vorliegen, sind auf Ende August 2015 datiert. Darin sind die Adressen von vier Holzlieferanten aufgeführt, die in einer Entfernung von cca. 50-150-200km vom Sperrgebiet angesiedelt sind, das nach dem GAU von 1986 geräumt wurde. Die genannten Ortschaften sind TSCHERNIGOV, BELOKOROVITSCH, GORODNITZA, KOSTOPOL. Auf google maps lassen sich diese leicht ausfindig machen und deren geographische Lage z.B. mit der Strahlungskarte der UN (siehe unten) vergleichen.
Die Ablichtungen der Frachtbriefe können unter folgendem Link als pdf heruntergeladen werden: lemn-ucraina-HS. Mit rot ist darin der Absendeort markiert; mit grün der Empfänger, d.h. Holzindustrie Schweighofer Rumänien.

Mit Ausnahme von Tschernigov (östlich von Tschernobyl) befinden sich alle Orte in einem ausgedehnteren Gebiet südwestlich von Tschernobyl, das nach wie vor mit Cäsium 137 verstrahlt ist (siehe dazu Karte des Wissenschaftlerkommittees der Vereinten Nationen hier). Tschernigov wiederum ist die Region/Stadt, die am nächsten an der Sperrzone liegt (cca. 50 km) und wird darüberhinaus in einem weitläufigen Bogen in einem Abstand von 100-150km  vom ebenfalls stark verstrahlten Gebiet im Dreiländereck zu Weißrußland und Rußland umfaßt. (Einzelheiten hier und im Foto unten.)

Der Frachtbrief, der uns als Kopie in Gänze vorliegt (Herkunftsort BELOKOROWITSCH) trägt immerhin Stempel der ukrainischen Gesundheits-, Umwelt- und Strahlenschutzbehörden. Das Importholz gelangt per Schiene über den Grenzübergang Vicsani/Dornesti cca. 12 km nördlich der SCHWEIGHOFER – EGGER-Werke ins Land. Ein Teil des Holzes wird umgeladen und per LKW an weitere Holzverarbeiter in Rumänien geschickt.

Hans Hedrich
den 19. 09. 2015

ContaminationMap_Cs_BeUkRu_Fig_VI
Oben: Die Strahlungskarte der weiteren Umgebung von Tschernobyl. Die Orte Belokorowitsch, Gordonitza und Kostopol liegen südwestlich von Tschernobyl, in etwa auf halber Strecke nach ROVNO. Tschernigov liegt nördlich von Kiew.
Fotoquelle: UN Scientific Committe on the effects of Atomic Radiation (Stand: 2008)

 

 

Posted by at 19/09/2015
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