Rumaenische Aktivisten ueberzeugen Allianz: Keine Versicherung fuer Goldabbau in Rosia Montana!

Tapfer, tapfer! Aktivisten der Kampagne zur Rettung von Rosia Montana haben bei der heutigen Hauptversammlung des Muenchner Versicherers Allianz das Wort ergriffen und in einer 10-minuetigen Rede auf die “schmutzigen” Seiten des geplanten Goldfoerderprojektes in den Westkarpaten hingewiesen. Gabriel Resources (GR), die Briefkastenfirma, die die Mehrheitsanteile an Rosia Montana Gold Corporation (RMGC) besitzt, hatte bei Allianz wegen einer Versicherung ihres hochspekulativen, destruktiven Zyanid-Projektes angefragt. Allianz begann daraufhin im Maerz 2013 eine Antragspruefung.

allianz-3

allianz-2
;-) Mihnea, Ram & Freunde machen gerade Schwabing unsicher…

Heute haben die inzwischen europaweit wohlvernetzten RM-Protestler taktisch brilliant dazwischengefunkt und einen klaren Sieg eingefahren: Michael Diekmann, der CEO (wie sagt man das auf gut Deutsch? Vorstandsvorsitzender?) von Allianz, erklaerte unter dem Eindruck der Stellungnahme der Umweltaktivisten umgehend, Allianz werde mit GR in keinerlei Geschaeftsbeziehungen treten. Eine laut schallende Ohrfeige also fuer die Goldspekulanten… Derweil hielten RM-Aktivisten vor dem Haupteingang der Allianz Mahnwache… Raluca, Ramona, Mihnea – die ueblichen Verdaechtigen eben. Bin stolz, sie zu kennen! (auch wenn sie mich in unserer Zusammenarbeit schon mal sehr genervt haben… ;-)

allianz-laurentiu
“Zyanid-Versicherung” – Allianz-kritische Karrikatur (Zeichnung von Laurentiu Ridichie)

Und natuerlich ist da noch jemand… Die gute Stephi Roth (siehe Video) – spielt hier “nur” die Uebersetzerin waehrend der Ansprache von Raluca und Ram – ist aber mit einiger Sicherheit die Drahtzieherin der ganzen Aktion gewesen… Yeahh! Bravo, Maedels! Nur weiter so!

PS: Moechte noch ein paar Gedanken nachschicken:
1. Die RM-Proteste werden immer proefessioneller und finden immer oefter auch im Ausland statt… Das ist ein Zeichen wachsender gesellschaftlicher Reife und Europaeisierung der rumaenischen Umweltbewegung

2. Im westlichen Ausland gewinnt die RM-Opposition sehr schnell die Sympathien der informierten Leute – die in der Regel nur unglaeubig den Kopf schuetteln, wenn man ihnen die Ali-Baba-Geschichten von GR und RMGC aus Siebenbuergen erzahlt. Anders gesagt: Solche Skato-Investoren in Nadelstreifen, wie die oben genannten haben in einigermassen konsolidierten Rechtsstaaten NULL KOMMA NULL Chancen, ihre Pluender-Plaene umzusetzen. Deshalb versuchen sie es u.a. in Rumaenien, wo sie unserem HIV-infizierten Rechtsstaat dadurch beinahe den Garaus machen…

3. Rosia Montana und sein Drama betrifft auf vielfaeltige A.u.W. auch die Siebenbuerger Sachsen bzw. RM verschraenkt sich auf unerwartete Art und Weise mit dem Drama der Siebenbuerger Sachsen. …U.a. schon deshalb, weil dort die ersten Anfaenge unserer Geschichte zu suchen (und zu finden) sind. Dann aber auch aus einem anderen Grund, der mit unserer allerjuengsten Vergangenheit zu tun hat: Stephi Roth, die kosmopolitische Schweizer Umweltaktivistin aus England mit teilweise banater-ungarischen Wurzeln (!), kam um 2002 herum nach Siebenbuergen um zusammen mit meinen spaeteren Vereinskollegen vom Verein Nachhaltiges Schaessburg in meiner Heimatstadt gegen das beruehmt-beruechtigte Unsinnsprojekt Draculapark anzukaempfen. Selbiges drohte damals die noch teils intakte UNESCO-geschuetzte Altstadt und ein Naturschutzgebiet bei Schaessburg in eine Grossbaustelle des Vampir-Kitsches zu verwandeln.

Nach dem endgueltigen Ende jenes securistischen Kleptoprojektes, von dem sich auch so mancher Schaessburger Sachse Spekulationsgewinne erhoffte, erfuhr Stephi, dass in Siebenbuergen noch groessere, noch vampirischere und noch “securistischere” Kleptoprojekte geplant waren – und kam so nach Goldbach/Rosia Montana/Verespatak, wo sie die bis dahin schwaechliche, orientierungslose lokale Opposition gegen RMGC zu organisieren begann und wo sie anschliessend jahrelang gelebt hat…
Heute setzt sie sich in Berlin und Bruessel auf hoechster Ebenen fuer den Umbau der Landwirtschaftspolitik der EU ein – weg von ueberfluessiger Agrochemie, Gentechnik und Tierfabriken hin zu einer nachhaltigeren, moeglichst auch kleinbaeurlichen Landwirtschaft – wie wir sie auch in Siebenbuergen kannten/kennen und moeglichst wieder konkurrenzfaehig und lebensfaehig machen sollten.
Gruss aus Szentegyhaza/Vlahita im Szeklerland nach Schwabing! :-)

Posted by at 07/05/2013
Filed in category: Buerger & Rechte, Kultur & Gut, Natur & Schutz, Politik & Wirtschaft,

Comments are closed.

Counter created by lite 1.4