Mein Neuer Weg, dein Neuer Weg



Spaetherbst 2011.
Der Kirchenburgen-Kaputtrenovierungs-Skandal, der in Deutsch-Kreuz und Meschendorf seinen Anfang nahm, tobt sich auf der FB-Gruppe Kultuererbe der Siebenbuerger Sachsen aus. Viele Unterstuetzer, die unseren Versuch, den Pfusch aus EU-Mitteln zu dokumentieren und bei den Behoerden zu reklamieren, gutheissen – aber auch viele Kritiker. Letztere – bevorzugt aus kirchlich-politischem Umfeld -  wollen vor allem den schweren Vorwurf nicht gelten lassen, dass alte, intakte Dachziegeln absichtlich zerstoert werden um allem Anschein nach kirchennahen Firmen Autraege zu beschaffen. Schnell macht das Wort “Verschwoerungstheorie” – die Runde – das Allroundinsektengift gegen unangenehme Debatten, Recherchen und Neugierden… Die wenigen deutschsprachigen Medien berichten immerhin ueber die Kirchenburgen-”Affaere”, aber sehr milde, gefiltert, diskret geschminkt und gefoehnt. Das “Establishment” sollte geschont werden – hat es doch so viel Arbeit und Energie investiert ins Projekt.

…Unter den FB-Debattierern ging das vage Gefuehl um, es muesste was Neues her. Ganz allgemein. Im weitesten Sinne. Ein neuer Weg, der beschritten werden muesste, koennte, sollte. Von diesem wolkig-luftigen Gedanken waren es dann nur noch ein, zwei Strassenecken, bevor sich mir eine reizend huebsche Domain wie nebenbei in den (neuen) Weg stellte: www.neuerweg.ro. Das war’s auch schon… Beziehungsweise fast.

Dann kam der Herbst 2012. Also jetzt. Ein Jahr nach der Kirchenburgenaffaere nun ein handfester Skandal: Wieder Deutsch-Kreuz, wieder Denkmalschutz, wieder himmelschreiend: Der erfolgreiche, mit der Kirche und Politik bestens vernetzte Geschaeftsmann Michael Schmidt laesst das im Besitz seiner Stiftung befindliche, denkmalgeschuetzte Pfarrhaus (s. unsere Artikel dazu) in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abreisssen. Um stattdessen ein Motel hinzubauen – natuerlich “originalgetreu” dem Altbau nachempfunden. Dabei hatte er immer was von “Renovierung” versprochen und kultureller Nutzung und so.

…Wieder Debatten auf Facebook, wieder Polemik (diesmal weniger und eher aus dem weiteren  Umfeld des Hausdemolierers. Dafuer aber stille, treue Unterstuetzung seitens der Kirche und des Verbandes der Siebenbuerger Sachsen in Deutschland bzw. ihrer Zeitung, der SBZ. In Deutschland war Schmidt frueher im Verband selbst aktiv. Das erklaert die freundschaftliche Naehe zwischen ihnen – und als Gegenleistung die wohlwollende “Berichterstattungzensurdienstleistung” der SBZ, als es um die Veroeffentlichung amtlicher Befunde zum Hausabriss ging. In Siebenbuergen liess Schmidt im Vorfeld des Abrisses – er stand mit der evangelischen Kirche schon in Verhandlungen zum Kauf des ehemaligen Schulgebaeudes von DK – dem Bischof(samt) einen BMW-X5-Gelaendewagen als Dienstwagen leihweise zukommen….Und keiner findet bisher was Anruechiges dabei.

Langer Rede kurzer Sinn: So entschlossen wir uns bzw. ich mich, den neuen Weg endlich zu beschreiten. Im Internet und nicht nur! Mitwanderer sind immer herzlich willkommen!
Hans Hedrich, Schaessburg

PS: Das Wichtigste haette ich beinah, beinah vergessen: Der Name “Neuer Weg”, das Design… Erinnert’s euch an etwas? :-) Logisch! Das Design des Schriftzuges unseres virtuellen Blaettchens gehen gar nicht zufaellig, offensichtlich, absichtlich zurueck auf DIE deutschsprachige Zeitung im sozialistischen und teilweise postsozialistische Rumaenien mit demselben Namen, mit demselben Logo – aber mit leicht verschiedenem Inhalt… ;-)
Warum dieser Rueckgriff? Hmm… Warum denn nicht? Der “Neue Weg” war Teil unseres damaligen Lebens und unserer deutschsprachigen Kultur in Siebenbuergen und im Banat nach WKII und vor dem Exitus Exodus, die er mit aber, so gut es ging, auch ohne ideologischen Ballast als solche am Leben erhalten hat. Wir sind, was wir sind u.a. auch dank des NW (samt Raketenpost ;-) von anno dazumal.

(WICHTIG WICHTIG! Nach 1992 wurde als Nachfolgerin des NW die ADZ gegruendet, die sich tapfer als deutschsprachige Tageszeitung in Bukarest haelt, wenn auch mit Anzeichen selbsteingestandener Existenzkrise…  Ob die ADZ auch Rechte an Namen, Logo und Design des verstorbenen, vergessenen NW besitzt, weiss ich nicht, vermute ich zwar – und hoffe insgeheim, dass das auch egal ist. Auf jeden Fall sind wir NICHT der Rechtsnachfolger des Dahingeschiedenen und tun auch nicht so, sondern haben uns nur gemuetlich und hausbesetzerisch in der kollektiven Erinnerung an ihn eingerichtet… Vielleicht werden unsere mehr als virtuellen Redaktionsbueros ja sowas wie ein netter Ort journalistischer Inspiration und Konspiration, wo ADZ-, HZ- und SBZ-ler gerne mal auf einen Kaffee vorbeischauen!? Wuerde uns auf jeden Fall freuen! Hereinspaziert – und fuehlt euch wie bei uns zuhause! ;-)

…Wo war ich gerade? Ah, ja, bei anno dazumal… Also, schon deshalb (weil der alte NW) auf so selbstverstaendliche Art und Weise Teil unseres Daseins war) ist seine versuchte Wiedererweckung als Name, Logo, Idee und “Organ” eines Koerpers, der sich noch (wieder)finden muss, auch als nachtraegliches Dankeschoen auf spaetpostmoderne Art zu verstehen: ein bisschen retro, ein bisschen Web zweinull, ein bisschen Occupy, ein bisschen links, vielleicht ein bisschen mehr rechts, nicht nur ein bisschen oekologisch – darauf besteh ich!, demokratisch, europaeisch, siebenbuergisch, Baflisch. Von allem etwas – in wechselnder Dosierung und ohne ein Rezept. Ohne Denk-, Schreib- und Lesevorgaben. Und ergebnisoffen – dieses schoene Wort laesst hoffen! Vor allem aber wollen wir bleiben, wer wo wir sind (in Siebenbuergen) und schreiben, was wir sind: Siebenbuerger (Sachsen/Deutsche, Rumaenen, Ungarn, Roma, Eskimos) mittendrin im hier und heute. Und zum Schreiben suchen wir noch Leute!

Posted by at 21/09/2012
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9 Responses to Mein Neuer Weg, dein Neuer Weg

  1. Anna Baumann says:

    Hans wovon lebst du? Brauchst du eine Finanzspritze?
    Gibts ein Spendenkonto?

    • hms says:

      Na Hans, Gratulation, eine erste potentielle Unterstützerin ;-)

      • hans says:

        :-) ! die idee scheint also zu funktionieren: eine direkte, moeglichst filterlose kommunikation und direkte unterstuetzung zwischen schreibenden und ihren lesern – ohne den mittelweg der werbung oder anderer finanzierungsmodelle. das schafft unabhaengigkeit und glaubwuerdigkeit…

    • hans says:

      seher geehrte frau anna baumann,
      weil sie danach fragten, antworte ich gerne: ich lebe von umweltprojekten, die ich im rahmen des vereins nachhaltiges schaessburg (sighisoara durabila) realisiere (z.zt. umweltreportagen auf video). dafuer gibt es eine gewisse finanzierung. zum gut ueberleben reicht es, wenn man keine hohen materiellen ansprueche hat (kein auto, noch nicht einmal fahrrad, usw.). mir gefaellt es aber so ganz gut!

      ihre anfrage bezueglich einem spendenkonto schaetze ich tatsaechlich sehr, denn dieses blogprojekt ist so konzipiert, dass wir zwar aus enthusiasmus schreiben, aber um es moeglichst professionell aufzuziehen, moechten wir spendengelder (kleinspenden AUSSCHLIESSLICH von privatpersonen) werben, um davon vor allem ausgaben fuer recherchen (z.b. fahrten) und sonstiges zu bezahlen. spenden bedeutet auch direkten kontakt zu den lesern und KEINE werbung welcher art auch immer – und somit keine subtilen abhaengigkeiten gegenueber den auftraggebern!

      mit anderen worten: ihre spende waere uns natuerlich sehr willkommen! sie waeren uebrigens die erste person, die das taete! noch haben wir nicht bestimmt, wie wir das mit dem spendensammeln machen. idealerweise wuerde ich als domaininhaber KEINE spenden annehmen, sondern nur meine kollegen – aus gruenden eines dynamischen “macht”gleichgewichtes in der gruppe. werden diesen aspekt umgehend klaeren!

      um ihren enthusiasmus bis dahin nicht abkuehlen zu lassen, empfehle ich ihnen das bankkonto meiner eltern in deutschland. dorthin zu spenden waere gewiss sehr einfach und billig.

      Johann Hedrich
      Kontonr.: 658849
      BLZ: 71151020
      Kreissparkasse Muehldorf a. Inn
      Verwendungszweck: “neuer weg”

      ich danke ihnen schon im voraus ganz herzlich! wir werden jede spende namentlich oder auf wunsch anonym auf unserem blog bekannt machen! ebenso werden wir ueber die verwendung der gelder berichten! demokratie, teilhabe, mitbestimmung, solidaritaet, korrektheit, professionalismus – das sind KEINE floskeln bei mir, sondern werte, die man problemlos leben kann (und die ich zu leben versuche) und die wir auch als bloggemeinschaft leben wollen. (ein hoher anspruch, der uns verpflichtet, v.a. da wir bei dem, was wir hier tun “nur” das kapital der glaubwuerdigkeit haben – und die verspielt man sehr schnell, wenn man es nicht ernst meint mit dem, was man verspricht!)

      PS: vielleicht haben sie noch bekannte/verwandte, die auch gerne spenden moechten! wenn jeder ein wenig spendet, kommt genauso viel zusammen, als wenn nur eine person viel spendet!

      in diesem sinne verbleibe ich
      mit herzlichem gruss aus siebenbuergen!
      hans hedrich (schaessburg)

  2. Hans says:

    Dem Hedrich Hans in Schäßburg zugeeignet:

    Mit Hohn und Spott fährt sich’s recht flott,
    doch ohne Auto, ohne Rad kaum Mobilität man hat.
    Drum sollten Sie die vielen Spenden für fahrbaren Untersatz verwenden.
    Und kaufen Sie sich obendrein Sachkunde und Manieren ein!

  3. Anna Baumann says:

    Hallo alle!
    Am Tag als ich hier zum ersten Mal zu Besuch war, bin ich gehackt worden, mein Bankkonto wurde leergeräumt.
    HORROR!
    Seid mal lieber vorsichtig.

  4. hans says:

    an Anna Baumann:
    Es ist mir eine Ehre zu lesen, dass dieses bisschen Blog scheinbar so ernst genommen und von so manchem als so stoerend empfunden wird, dass Sie meinen so peinliche Luegen wie obige loslassen zu muessen, um die Leute vom Aufrufen der Seite abzuhalten.

    Geht’s noch, Anchen?! Waere es Ihnen tatsaechlich so ergangen mit dem gehackten Bankkonto nach Ihrem und v.a. WEGEN(!) IHRES Besuchs auf NW, so haetten Sie wohl kaum so einen schmallippigen Minitext an “alle” hier reingetippt, sondern haetten ganz anders darauf reagiert, sage ich mal! “Seid mal lieber vorsichtig!” – viel zu niedlich und zu nett diese kleine Empfehlung, den NW zu meiden, nachdem dir scheinbar “HORROR” zugestossen ist nach deinem besuch hier…

    FAZIT: Lernen Sie erst einmal luegen und strengen Sie sich ruhig mehr an, wenn Sie denkende Menschen vera_schen wollen!

    PS: Sollte ihre Schilderung trotzdem wahr sein und Sie, entgegen meiner Vermutungen, Anhaltspunkte dafuer haben, dass ihr Konto WEGEN ihrem Besuch auf dieser mit ANTISPAM-software versehenen Seite leergeraeumt worden ist, so kontaktieren Sie mich bitte per Email! (Siehe unter “Wir / Despre noi”)
    Hans Hedrich

  5. Anna Baumann says:

    Armer Hans. Immer gleich Lüge, Betrug und Verrat wittern. Ist das die Folge Deines Einsatzes für eine bessere Gesellschaft?

    Meine Mitarbeiterin ist am gleichen Tag gehackt worden. Die hat mit diesem Blog nichts am Hut. Es war wohl ein Zufallsangriff, wie es sie täglich gibt.

    Dass ein solcher Angriff keinen Spaß macht, kann sich jeder normale Mensch denken.
    Ich habe bisher nichts spenden können, weil mir das passiert ist.
    Ich muß abwarten bis sich alles aufgeklärt hat, aber dann komme ich meiner Ankündigung nach.

    Schalt einen Gang zurück, es geht nicht immer um/gegen dich.

    • hans says:

      liebe anna,
      du bestaetigst doch weiter oben selbst, dass ich richtig vermutet habe, das hacken deines kontos habe NICHTS mit deinem besuch auf diesem blog zu tun, obwohl du das so zu verstehen gegeben hattest! trotzdem meinst du, ich wittere immer gleich “luege, betrug” usw.
      ich meine, du widersprichst dir hier selbst.

      was spenden angeht: die sind willkommen, aber klaere bitte erstmal mit dir selbst, ob das zusammenpasst, dass du mir einerseits mit einem verdaechtigenden, ‘wahrheitsfreien’ kommentar (image)schaden zufuegst und mir andererseits eventuell eine geldspende zukommen lassen willst.

      aus meiner sicht ist es fuer das blog ein groesserer gewinn, wenn du NICHTS spendest, dafuer aber auch keine pantasiekommentare gegen mich veroeffentlichst (loeschen werde ich sie trotzdem nicht!).

      wenn/falls wir diese einfachen dinge mal geklaert haben, koennen wir sogar ueber geld reden.

      gruesse von hier
      hans

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