Grund Nr. 21 für den Untergang der Siebenbürger Sachsen: Δx · Δp ~ h

21. Δx · Δp ~ h bzw. die Unkenntnis der Heisenbergschen Unschaerferelation,
welche besagt, dass zwei komplementäre Eigenschaften eines Teilchens nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmbar sind. Das bekannteste Beispiel für ein Paar solcher Eigenschaften sind Ort und Impuls. Die Unschärferelation ist nicht die Folge von technisch behebbaren Unzulänglichkeiten eines entsprechenden Messinstrumentes, sondern prinzipieller Natur.

Sie wurde 1927 von Werner Heisenberg im Rahmen der Quantenmechanik formuliert. (…) Während in der klassischen Mechanik Ort bzw. Impuls einfache Größen sind, die prinzipiell exakt messbar sind, ergeben sich ihre Verteilungen in der Quantenmechanik als Betragsquadrat der Wellenfunktion bzw. ihrer Fouriertransformierten, d.h. sie sind nicht unabhängig voneinander festlegbar. (plagiiert aus Wikipedia)

688px-Werner_Heisenberg_Briefmarke

Und was soll jetzt dieser Sch_iss? Fuer alle saxonischen Quantenmechanikbanausen, die obiges nicht im Stande sind zu kapieren, erklaere ich das ganze einfach und gleichzeitig metaphysisch, so wie es auch mir dereinst in Kindersprache beigebracht worden war: Indem ich/du/er/sie es/wir/ihr/sie die materielle Welt beobachtet/beobachten, veraendern wir diese. Oder anders gesagt: Es gibt K E I N E “objektive”, materielle Welt – zumindest  N I C H T unabhaengig von deren Betrachter – so, wie wir es von der klassischen Physik her glaubten.

Angewandt auf den saechsischen Sterbepatienten bedeutet das folgendes: Die Wirklichkeit, die wir individuell und kollektiv wahrnehmen (z.B. ein latentes Finis Saxoniae), wird durch unsere Wahrnehmung und noch waehrend unserer Wahrnehmung umgestaltet – moeglicherweise im Sinne einer Heraufbeschwoerung und Konkretisierung selbiger Finis Saxoniae. Im Umkehrschluss: Widmet man gewissen Realitaeten keine Aufmerksamkeit, traegt man auch entsprechen wenig zu ihrer weriteren Ausgestaltung bei. Oder anders gesagt: Haetten die Sachsen nicht an ihren Untergang ‘geglaubt’, so haetten sie ihn vermutlich nie mit heraufbeschworen. Die sich selbst erfuellende Prophezeihung!

Vielleicht war ‘der Sachse’ zu fixiert und geistig eingeengt auf sein doch sehr mechanisches, materielles Weltbild, ohne im uebertragenen Sinne den Paradigmenwechsel weg vom Teilchen ( = Materie = Konkretes = Anfassbares = Fakten = Materie = Stein = Leblosigkeit) hin zur Welle (=Information = Wissen = Verstehen = Kommunikation = Subjektivismus = Geist/Seele = Leben) – mithin einen der grossen Paradigmenwechsel der Menschheit, der immer noch im Gange ist, kollektiv mitzumachen.

Ich weiss, ich muessste diese “Heisenberg-Metapher” noch was besser aufschluesseln, um die argumentativen Bruecken zum Thema “Untergang der Sb.-Sachsen” zu konsolidieren und damit mein Gerede nicht so verkopft daherkommt; ebenso liessen sich leicht auch religioese/biblische Entsprechungen finden, die das Primat des Geistigen ueber das Materielle belegen – aber dazu habe ich keine Zeit und auch keine Lust. Jeder darf sich diesen Text weiterdenken und ausschmuecken – oder auch nicht…

Ach ja: Wenn die wie auch immer gearteten und verfassten Restsachsen dereinst besagten Paradigmenwechsel vollziehen werden – wobei ihnen die kollektiven Mentalitaeten der Rumaenen, Ungarn und Zigeuner mehr als nuetzlich sein koennen – entkommen wir auch dem toedlichen heisenbergschen Teufelskreis und Runde 2 der sb.-saechsischen Historie kann beginnen. Unter gaenzlich neuem Vorzeichen.
Finis Saxoniae passiert im Kopf. Finis Finis Saxoniae ebenso.

Posted by at 11/03/2013
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11 Responses to Grund Nr. 21 für den Untergang der Siebenbürger Sachsen: Δx · Δp ~ h

  1. Horst David says:

    “Was demselben gleich ist, ist auch einander gleich” (Euklid). Falls “Finis Saxoniae” nur im Kopf passiert, und nicht in der Realität (die ja unabhängig vom Betrachter ist), dann müßte “Finis Finis Saxoniae” – im Kopf gedacht – ebenso bedeuten, dass “Finis Saxoniae” zwangsweise in der Realität auch eintritt … aber auch nur dann, wenn nicht sofort das “Finis Finis Finis Saxoniae” greift. Und das kann unendlich so weiter gehen, oder auch nicht (das Oszillieren) zwischen Denken und Realität.. Das ist allerdings noch sehr höflich ausgedrückt.

  2. hans says:

    @horst:
    1. gemaess der hedrichschen um- und fehldeutung der heisenberg-gesetze passiert finis saxoniae nicht nur im kopf, sondern beginnt im kopf.

    2. ..und wird dadurch realitaet – eben weil die realitaet NICHT unabhaengig funktioniert vom betrachter, sondern von der anwesenheit des beobachters waehrend der beobachtung schon mitgestaltet wird.

    meine these von der sich selbst erfuellenden finis saxoniae, anders und weniger verschwurbert ausgedrueckt: “pass auf, woran du denkst, was du dir wuenscht und was du befuerchtest, denn es kann genau dadurch realitaet werden!”

  3. Anonymous says:

    Das Sein bestimmt das Bewusstsein von Hans Hedrich im Besonderen.
    Wie er nur immer wieder sein Mantra “Finis Saxoniae” rezitiert.
    Und was resultiert hieraus hier und heute? Ach ja, es geht auf Ostern zu, Fastenzeit, Zeit für Reue, schlechtes Gewissen gemacht zu bekommen.
    Zum Elementaren scheint diese “Damoklesschwert-artige Formel” im tagtäglich neu zu bewältigenden Leben der Siebenbürger Sachsen, wo auch immer sie heute Heimat gefunden haben, nicht zu gehören.

  4. Anonymous says:

    Bitte nicht missverstehen als unsachliche Kritik! Aber das macht doch alles keinen Sinn …

    Will man die Auflösung siebenbürgersächsischen Lebens im ehemaligen Ostungarn wirklich “zu verstehen” versuchen, dann wird es wohl unerlässlich sein das Auflösen des ehemaligen Ostungarns zu verstehen zu versuchen …

    Ansatzpunkt ist hier die Auflösung der alten ungarischen Feudalordnung, welche die Grundlage siebenbürgersächsischen Dasein dargestellt hat.

    Pikanterweise und als fieser Hintertreppenwitz der Geschichte wurde eben diese Feudalordnung zur Erhaltung – nun ja, im Grunde genommen war es nur noch das Herausschinden einer letzten Gnadenfrist von 70 Jahren für die längst ihrer Herrschaftslegitimation entkleideten Habsburger – des an sich völlig feudal ausgelegten Gottesgnadentums der kleinen Schrumpfkopfindianer aus Wien, genannt Habsburger, auf dem Altar der Historie geopfert.

    Nun, es war weder um die kleinen Schrumpfkopfindianer aus Wien noch um die ostungarischen Feudalordnungsmechanismen im längst nicht mehr (im Grunde genommen nie?) ungarischen – ethnisch kulturell verstanden – Siebenbürgen schade, aber es war nun einmal so, dass …

    Zu keiner Zeit hatten dort über relativ kleine regionale Zellen hinausgehend die madjarischethnischen und schon ganz und gar nicht die deutschethnischen Bewohner Majoritäten und bei der letzten ungarischen Volkszählung vor dem 1. Weltkrieg kam rund 1/5 “Madjarisches” heraus, von dem ein nennenswerter Teil aus “Madjaren h.c.” bestanden hat!

    Seit 1848 gelang den Siebenbürger Sachsen als Gruppe nie mehr eine politisch-weltanschauliche Neupositionierung! Diese Gruppe taumelte noch rund 150 Jahre lang führerlos – bzw. von Witzfiguren, die sich “Führung” angemaßt haben, VERführt – durch die europäische Geschichte und löste sich bei erster sich bietender Gelegenheit sang- und klaglos auf. Diese Gelegenheit war der Militärputsch in Rumänien Ende des Jahres 1989.

    Man mag diese Tatsache beschreiben, man mag diese Tatsache “beurteilen”, man mag …

    Man VERmag diese Tatsache nicht zu VERändern!

    “Gruppe” bedeutet Gruppenleben, Gruppenkultur. Vor allem die Weitergabe dieses Lebens und dieser Kultur an Folgegenerationen. Diese Weitergabe unterblieb seit rund 20 Jahren und unterbleibt nahezu vollständig unverändert weiter.

    Es soll hier keine Kritik am generativen Verhalten (noch?/ehemaliger?)Angehöriger der einstmals in Siebenbürgen gesiedelt habenden Siebenbürger Sachsen geübt werden, aber um das Faktum, dass es erstens keine ausreichende Anzahl von Nachwuchs mehr gibt um die bestehende Population einst aus Siebenbürgen stammender Sachsen auch nur so halbwegs stabil zu erhalten und dass die paar von Siebenbürger Sachsen noch gezeugten Kinder so gut wie (es gibt einige ganz wenige vereinzelte Ausnahmen – ich beschrieb hier Malmkrog und Neudorf – aus denen wegen ihrer völlig unzureichenden Dichte einfach kein neues Gruppenleben mehr entstehen kann) nirgendwo mehr die spezifischen sprachlichen und sonstigen kulturellen Ausdrucksformen der Gruppe, der sie entstammen, übernehmen.

  5. Anonymous says:

    Wozu sollte man sich denn überhaupt noch den angestrengten, absurden Bemühungen von Illusionskünstlern aussetzen? Meine Erinnungen von übermorgen speisen sich aus meinen (kaum oder nicht in Siebenbürgen geschehenen) Erfahrungen und Prägungen von gestern und heute. Und so geht es sehr vielen. Individuelles Interesse und Zugang sind nicht über ein Finis Saxoniae konditionierbar. Das Leben kann auch anders schön sein und lebenswerte Perspektiven bieten. Wo gehst du hin?

  6. Anonymous says:

    Tja, aber hier zu lesen scheint Ihnen durchaus attraktiv vorzukommen, oder …

    Na, und erst das Antworten auf das Gelesene …

    Jeder vermag halt seine vorhandenen Unlustgefühle nur auf seine ganz ureigene Weise abzureagieren …

    Schaut doch so danach aus, dass die Hans Hedrichschen Unlustseiten einen gewissen Zulauf gefunden hätten …

    : ) 🙂 🙂

  7. Horst David says:

    Lieber Anonymus, des einen “Unlustseiten” sind des anderen “Lustseiten”. Sie scheinen AUCH gehörig-magnetische Lust – oder Unlust – je nach Betrachtungsweise (und hier greift ganz im im Sinne von H. wieder die Heisenberg’sche Unschärferelation) an den Hedriche’schen (angeblichen bzw. vergeblichen) “Unlustseiten” gefunden zu haben. Ich hatte – bewußt und vergeblich versucht – die klassische Euklid`sche Geometrie-Theorie mit dem Axiom “Was demselben gleich ist, ist auch einander gleich” (Realität existiert, funktioniert und entwickelt sich unabhängig vom Betrachter)- als Praxislösung und sozusagen THERAPIE für den siebenürgisch-sächsischen Sterbepatienten vorzuschlagen Dennoch scheint mir die Hedrich`sche Medizin und “Unschärfe”-THERAPIE die aktuell beste für den “saechsischen Sterbepatienten” (Hedrich) zu sein. Ich bitte um weitere Therapie-Vorschläge.

  8. Anonymous says:

    🙂

  9. hans says:

    leute, ich klinke mich fuer ein paar wochen (mit vergnuegen) aus der sachsendebatte aus.
    habe seit heute etwas raeumliche distanz zu meiner/unserer scheissheimat, was ein echter genuss sein kann!

    gruss aus sofia!
    hh

  10. Anonymous says:

    Na, dann wollen wir dem wackeren Streiter für die “Wiedergeburt der Siebenbürger Sachsen” viel Spaß mit den Sofioter Horahanedamen wünschen! 🙂

    Ähem, ohne zu ketzern, aber wäre da eine dralle stramme Siebenbürger Sächsin nicht wesentlich …?

    Apropos: Bulgarien ist zuallermindest so arg beschissen wie Rumänien, wenn nicht noch um ein Alzerl beschissener!

    Bulgarien wurde ebenso wie Rumänien von EU und NATO bereits bis aufs Hemd ausgeplündert und man beraubt es mittlerweile ebenso seiner jungen produktions- und reproduktionsfähigen Bevölkerung wie man das mit Rumänien machte und unverändert weiterhin macht.

    Viel Amusement beim “Genießen” des

    SCHÖNEN NEUEN EUROPAS !!!

    Na ja, vielleicht gehn´s halt in die Alexander Nevsky Kathedrale zum Beten? Nutzt´s nix, dann schad´s nix … Und außerdem kann man sich dieses komische Häusl dabei angucken …

  11. hans says:

    BG ist aus selbstkritischer bulgarischer sicht genauso ein scheissland, wie rumaenien aus selbskritischer rumaenischer bzw. 7bg aus 7bgischer. das gute ist einfach, dass man im ausland das “sch_iss” besser ausblenden kann als zuhause. nennen wir meinen aufenthalt hier also “verdraengungsurlaub”.

    und wenn alles gut geht, gibt’s zur kroenung des balkanienaufenthaltes eine woche albanien.

    zum themenkomplex horahane, saechsinnen und geniessen des neuen europas faellt mir gerade nichts gescheites ein. im wesentlichen haben sie aber recht! 😉

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