Gross-Alischer Kleinmafioso versus Denkmalschutz: Strafanzeige gegen Polizisten und Bauaufsichtsbeamte

Das Duell mit dem Denkmalschaender Adi Popa ging heute in die vierte Runde, wenn ich das richtig gezaehlt habe.

SANYO DIGITAL CAMERA

Und so lief der heutige Tag fuer mich als Begleiter der Bukarester Recherchejournalistin:

– Die Szekler Bauarbeiter lachten mich in der Frueh auf der Baustelle von oben herab aus, als ich ihnen zurief, sie begingen eine Straftat, indem sie auf einer nicht genehmigten Baustelle arbeiteten. Ihre Gegenfrage: “Kann denn Arbeit Suende sein?” (Humor haben die tatsaechlich, das muss ich ihnen lassen!)

– Adi Popa selbst drohte der Journalistin am Telefon mit rechtlichen Konsequenzen, falls sie schriebe, er haette keine Baugenehmigung fuer seine illegale Spannpressplatten-Huette in der UNESCO-Zone Schaessburgs.

– Der Buergermeister war heute passenderweise und ploetzlich krank.
– Der zweite Buergermeister wollte nicht Stellung nehmen.
– Der UNESCO-Referent des Buergermeisteramtes war passenderweise und ploetzlich gerade abwesend.

– Der Stadtarchitekt bestaetigte immerhin, dass Popa keine Baugenehmigung besitzt, log die Reporterin aber gleich an, man haette einen Baustopp fuer Popas coliba ausgesprochen.

– Die regionale Bauaufsicht in Kronstadt wiederum konnte nicht erklaeren, warum sie 7 Wochen gebraucht haben, bis sie sich des Falles angenommen haben (Ich kann es mir sehr wohl erklaeren, war bei der Uebergabe der Briefumschlaege mit den Geldscheinen aber nicht dabei, und habe somit keine Beweise…). Man versprach aber, morgen einen Inspektor nach Schaessburg zu schicken.

– Die Polizei in Tg. Mures/Neumarkt verspricht, den Fall bald, bald, bald endgueltig aufzuklaeren (obwohl laengst alles klar ist: Adi Popa baut ohne Baugenehmigung im UNESCO-Teil Schaessburgs – und haette laengst gestoppt werden muessen. Punkt.). Die nette Pressesprecherin der Polizei verweist fuer weitere Einzelheiten an die Schaessburger Staatsanwaltschaft.

– Die Staatsanwaltschaft Schaessburg hat ab 12.30 keinen Parteieinverkehr mehr und bittet um eine schriftliche Anfrage.

– Der fuer die Untersuchung zustaendige Polizist in Schaessburg droht mir diskret aber unverhohlen mit einer Schadenersatzklage, falls ich eine Strafanzeige gegen ihn wegen nachlaessiger Amtsfuehrung einreiche (weil er keinen Baustopp verhaengt hat) und wenn (von seinen ermittelnden Polizistenkollegen) keine Strafverfolgung gegen ihn verlangt wuerde.

– Den UNESCO-Referenten des Buergermeisteramtes kriegen wir zum Schluss doch noch ans Telefon. Er hatte sich scheinbar zurueck ins Buero gewagt, nachdem die Journalistin von dort weg war. Auf den Baustopp angesprochen, sagte er vage und hoerbar seufzend, die Primarie habe zwar einen Baustopp ausgesprochen, aber eben nur muendlich, nicht schriftlich. Aha! (Aus der Beamtensprache in die Sprache normaler, denkender Menschen uebersetzt: Ein muendlicher Baustopp ist gar kein Baustopp, weil nur ein schriftlicher einer ist.)
Wir haken nach und fragen nach dem schriftlichen Bescheid fuer den Baustopp. Darauf der Mann: Der wurde auch schon ausgestellt, er wartet aber noch darauf, unterzeichnet zu werden! (Lauter witzige Leute in Schaessburg, oder?, muss man schon sagen! Das heitert einen auf, sonst muesste man hier glatt verzweifeln!)

Derweil pflasterten die Szekler Bauarbeiter heute in Windes-, nein, in Sturmeseile die Aussenwaende des Baus, um moeglichst schnell sowas wie vollendete Tatsachen zu schaffen um spaeter die Aemter und Gerichte traenenreich um Gnade und behoerdliche Abnahme der Konstruktion zu bitten, ohne die der Betrieb der spaeteren Pension nicht moeglich sein wird.

In der Kommentarrubrik des NW trudeln schon erste unbedarfte Drohversuche gegen mich ein. (Ich bemuehe mich schon unbedarft, Angst zu kriegen!)

Bin neugierig, wie es morgen sein wird mit der Inspektion der Kronstaedter Bauaufsicht und mit der Stadtratssitzung, zu der ich wohl hingehen werde, um unsere schlafmuetzigen Stadtraete ueber die Umtriebe ihres ehemaligen Kollegen sexuell aufzuklaeren.

Ach ja: Den Polizisten habe ich angezeigt, ebenso seinen Vorgesetzten in Neumarkt. Und die Ressortleiterin der Bauaufsicht Kronstadt noch dazu. Da waren es schon ihrer neun:
1. Buergermeister,
2. Stadtarchitekt,
3. UNESCO-Beauftragter der Stadt,
4. Denkmalschutzchef in Neumarkt,
5. Denkmalschutzinspektorin ebendort,
6. Investor,
7. Polizist Schaessburg
8. Polizist Neumarkt
9. Bauaufsichtsbeamtin.

Neun Pseudo-Beamte, die von einem umtriebigen und wohlprotegierten Lokalgauner mit Securitate-Hintergrund nach Lust und Laune beritten werden! Lang lebe die Korruption! Und die Feigheit.

 

 

Posted by at 27/02/2013
Filed in category: Buerger & Rechte, Kultur & Gut, and tagged with: ,

Comments are closed.

Counter created by lite 1.4