Einen guten Karneval erkennt man an den wenigen und schlechten Fotos

RO: Un carnval reusit se recunoaste dupa pozele proaste (sau lipsa). Cateva impresii ale organizatorului carnavalului “Taina Iubirii…” de la Tusnad-Bai, 2014.
EN: A good carnival goes with bad photos about it, since the participants are just too busy enjoying it, instead of watching it through the lens of their pocketcameras. Some impressions from the “Secret of Love…” carnival in Tusnad Bai, Romania, 2014.

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…So wuerde ich die 6-7 Feier-Tage in Tusnadfurdo umschreiben. Vor lauter Ereignissen – darunter ein paar ueberraschende Highlights – kamen waehrend der Karneval- und Workshop-Woche nur die Wenigsten dazu bzw. auf die Idee Fotos zu machen. Und das ist gar nicht schlecht so. Denn es ist ein Zeichen dafuer, dass die insgesamt ca. 30 Teilnehmer aus 9(!) Laendern “in den Ereignissen” anwesend waren und nicht in den Bildern und Facebook-Postings darueber. Und darauf kommt es an!

Da mein Rechener gerade einen Virus hat, kann ich eh kaum etwas hochladen – so dass das karge Bildmaterial in der Darstellung noch karger ausfallen wird. Vollstaendigkeitshalber mache ich aber zumindest eine skizzenhafte Darstellung jener Tage aus meiner ganz persoenlichen Sicht. Hoffe auf Ergaenzungen seitens anderer Teilnehmer…

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Karneval in Venedig: Nicht wirklich vergleichbar mit Karneval in Tusnad, aber wen kuemmert das?

Mittwoch, 26. 02.:
In Sfintu Gheorghe basteln 5-6 Freiwillige an den Masken, die manche von uns in den kommenden Tagen tragen werden.

Donnerstag, 27. 02:
- Leihe mir beim Ungarischen Staatstheater ein paar Kostuemteile aus, die mich bei der Faschingsfeier am Samstag in einen “postmodernen Moench” verwandeln werden – d.h. in eine Mischung aus Priester, Pirat und Clown.
- Lebensmitteleinkauf mit Kati auf dem Bauernmarkt in Sf. Gheorghe – fuer etwa 1100 Lei. Schliesslich soll unsere Feier moeglichst den kleinen lokalen Bauern und Lebensmittelherstellern zu Gute kommen und nicht den Kaufhausketten.
- Kaum in Tusnad anhgekommen, hole ich mit vollgepacktem Minivan die ersten Gaeste vom Bahnhof ab: Dani aus Barcelona, Silvana aus Bukarest und Kristina aus Sofia. Beinahe waere der Zug mit ihnen weitergefahren, weil sie den Bahnhof schlichtweg verpennt hatten…  Spaet abends schafft es auch Mascha aus Deutschland (von Hermannstadt aus) per Anhalter zu uns.

Freitag 28. 02.
- Erste Vortraege und ein erster Tanzabend… (Alles andere ist mir im Moment gar nicht mehr richtig gegenwaertig…) Neue Gaeste kommen an (Claudian Dobos und Filipa, ein liebenbswertes rumaenisch-portugiesisches Aussteigerpaerchen, das im Kreis Hunedoara ein Oekodorf errichten will).

Samstag 01. 03.
- 7-8 Teilnehmer fahren spontan nach Csikszentgyorgy 30 km noerdlich zu einem traditionellen “farsang” – moeeglicherweise der groessten Faschingsveranstaltung aus ganz Rumaenien, dank mehrerer Hundert, oder mehrerer Tausend Teilnehmer aus mehreren Gemeinden des Kreises Harghita. Hatte erst vor 2 Tagen ueber diese Veranstaltung erfahren – unsere Teilnehmer kamen dann auch total begeistert und “durchgetanzt” zurueck.
- Am Nachmittag spricht Roxana Lachewicz, UNESCO-Welterbe-Spezialistin aus Bukarest mit einem Herz fuers Sachsenland und ueberhaupt fuer Siebenbuergen ueber Multikulti-Modelle in der Schweiz und in Siebenbuergen
- Hans erzaehlt zur Einstimmung auf den Fasching etwas ueber Karnevalkulturen weltweit.
- Daniel Venteo stellt seine neueste Buchveroeffentlichung vor: Die Autobiographie Barcelonas – eine bebilderte, thematisch geordnete Stadthistorie der Hauptstadt Katalaniens. In seiner Heimat wird er zur Zeit als Historiker-Star gefeiert
- Der Fasching an sich geraet etwas sehr improvisiert bis antiorgiastisch wegen unsortierten Musikplaylists. Spaet abends kam sogar eine coole DJ zu uns, die hatte aber keine Lust zum Auflegen, so dass wir uns mit Youtube-Videos unterschiedlichster Provenienz und Qualitaet behelfen mussten. Wirklich gestoert hat dieses “Lowlight” aber keinen, glaube ich. Genausowenig wie die mangels Teilnehmern ausgefallene Pool-Party im Wellness-Bad.

Sonntag, 02. 03.
Ausschlafen, Brunchen, Netzwerken, Spaziergaenge/-fahrten in Eigenregie, gefolgt von einem kollektiven Besuch im neu eroeffneten Wellness-Bad. Schwimmen und Planschen in diversen Thermalwasserbecken in Abwechslung mit verschiedensten Saunen, Infrarot- und Salzkammern fuehrten die ‘Karnevalisten’ noch ein gutes Stueck naeher zusammen.
Abends dann ein neuer Hoehepunkt: Claudians und Filipas Workshop zum Thema “Tiefe Oekologie” (“Deep ecology”, nach den Prinzipien von Joan Macy), die vom gegenwaertigen menschenzentriert-utilitaristischen Umweltschutz  weg- und zu einer ganzheitlichen Sicht auf Welt-Leben-Mensch hinfuehrt.

Montag, 03. 03.
Der Vormittag war ungeplant geblieben – am Nachmittag folgten dann Berichte ueber Umweltaktivismus in HU, BG und RO (von Kati, Kristina und Hans) – ebenso ein “Frauen-Power”-Abend mit Mascha. Danach bis in den Morgen einen spontanen Minifasching gefeiert.

Dienstag, 04. 05.
Ich musste in der Frueh zu einem Gerichtstermin nach Reps. Bei der Rueckkehr waren noch etwa 8 Leute anwesend – der harte Kern, der schon von Anfang an dabeigewesen war. Mit diesen Leuten ging es am Abend nach Sf. Gheorghe, wo wir uns spontanst in einen “Tanchaz-Fasching” einklinkten. Das bedeutet erst einmal von 9-12h abends auf ungarische Live-Volksmusik zu huepfen und von 12 bis 4 Uhr frueh mit den Musikern in der Kneipe des Staatstheaters Geigen- und Tanz-Jamsession zu feiern. Ich muss sagen, die Formel Tanzhaus + Tango + eine tanzwuetige Truppe bring so manche Bude zum Beben.

Mittwoch, 05. 05.
Die letzten Mohikaner trafen sich noch einmal zum Brunch vor dem gemuetlichen Kamin in unserer Pension, bevor jeder von ihnen in die unterschiedlichsten Himmelsrichtungen aufbrach – bzw. noch 2 Tage in Tusnad blieb – so wie ich, um sich vom Feiern ein wenig zu erholen…

PS: Insgesamt waren bei diesem Karnevalereignis alle wichtigen Aspekte ausgiebig und in ausgewogenem Verhaeltnis vertreten: Wissenschaft, Gemeinschaft, Kulinarisches und Musik/Tanz/Unterhaltung.

Naechstes Jahr wird es mit ziemlicher Sicherheit eine Neuauflage geben. Um der Falle der (misslungenen) Wiederholung zu entkommen, wird unser Karneval 2015 jedoch hoechstwahrscheinlich sehr anders (oder auch anderswo) passieren als der diesjaehrige…

Posted by at 09/03/2014
Filed in category: Gemeinschaft & Gesellschaft, Kultur & Gut, Leben & Sinn, and tagged with:

3 Responses to Einen guten Karneval erkennt man an den wenigen und schlechten Fotos

  1. I.C. says:

    Chiar dacă nu „harte Kern”, mulțam din tot sufletul. Pentru idee, pentru timp, pentru locul miraculos, pentru efectul de reîntoarcere în sine pe care îl plănuiseși de la bun început, obținut „pentru cine se nimerește”. Mișto oameni. Mișto muzici. Mulțam tare de tot.

    • hans says:

      ajunge un singur comentariu mishto ca al tau ca sa stiu ca am facut lucrul potrivit la momentul si locul potrivit! atat.

      multam maxim, la randul meu!
      :-)

  2. Roma says:

    Ach es freut mich gerade sehr das die Zaunkf6nigin Mama die toleln Stulpen bekommt. Die Zaunkf6nigin hat sich sogar bei mir ffcr das Abtreten an sie bedankt, was ich ganz lieb finde, aber unter diesen Umste4nden ganz selbstverste4ndlich finde :)Was ich jedoch absolut super finde, das Du liebe Andrea, nun nochmal Stulpen verlost…da versuche ich doch sehr gerne meine Glfcck und ja meine schmalen, sagen wir mal schlanken He4nde kennst Du ja. Tja und da diese He4nde ja garkeinen we4rmenden Speck besitzen ke4men solche Stulpen doch we4rmetechnisch gesehen richtig passend :))Dir noch einen schf6nen Rosenmontag und ein kre4ftiges ALAAF auf den Berg!ganz liebe GrfcdfeMarlies

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