Die “Österreichische Methode”. Oder: Wie man in Rumänien 130 Millionen Euro stiehlt

Die Firma HOLZINDUSTRIE SCHWEIGHOFER RUMÄNIEN (HSR) mit Sitz in Sebes/Mühlbach in Siebenbürgen/Rumänien hat seit ihrer Gründung 2003 in den Großsägewerken Sebes und Radauti (ab 2008) bei der Werksvermessung und der Verrechnung des angekauften Rundholzes die Meßmethode der sogenannten rotierenden Kluppe angewendet.

Wie in österreichischen/deutschen Fachkreisen längst bekannt und im Bericht unten (150 Seiten Text+Anhang, pdf) aufgezeigt wird, mißt diese Methode schätzungsweise 10,2% weniger Rundholz als die in Rumänien zugelassene und allgemein übliche Meßmethode der händischen Kluppe oder andere Meßmethoden. Dadurch sowie mittels weiterer unlauterer Meßmethoden hat HSR rumänische Holzlieferanten, die staatliche Forstbehörde ROMSILVA sowie die rumänischen Finanzbehörden um cca.130 Millionen Euro geschädigt.

Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Problematik der rotierenden Kluppe dem breiten Publikum in Rumänien nicht bekannt. Die Behörden haben das Problem als solches bisher ebenfalls ignoriert – aus Unwissenheit und/oder aus Komplizenschaft mit der Firma.

Wie aus den Unterlagen des rumänischen Eichamtes (BRML) mehrfach hervorgeht, hat HSR dem Eichamt  wiederholt die Unwahrheit gesagt und es in die Irre geführt, was die Funktionsweise der rotierenden Kluppe betrifft bzw. hat keinerlei technische Beschreibungen zur Verfügung gestellt. Infolgedessen konnte die Behörde keine sachlich korrekte Entscheidung bezüglich der Eichpflicht der elektronischen Rundholzmeßanlagen von HSR treffen. Die Rundholzmeßanlagen im neu erbauten und im März-April in Betrieb gegangenen Großsägewerk von HSR in Reci/Covasna sind laut rumänischem Eichamt BRML trotz gesetzlicher Eichpflicht nicht registriert und geeicht worden. Somit hat HSR gegen das rumänische Eichgesetz L. 178/2003 verstoßen.

Holzindustrie Schweighofer - …sterreichischer Investor des Jahres in RumŠnien
“Die Österreichische Methode” – kräftig unterstützt vom österreichischen Außenamt. Im Bild: Der österreichische Botschafter in Rumänien, Mag. Gerhard Reiweger, mit Gerald Schweighofer bei der Verleihung des Preises ‘Österreichischer Investor des Jahres in Rumänien’ am 27. 10. 2014 in Wien. Foto: Marketing Austria

Angesichts dieser Tatsachen (und möglicher Straftatbestände) wird empfohlen, behördlicherseits die bisherige und zukünftige Tätigkeit der Firma HSR im Detail zu überprüfen und deren Existenzberechtigung auf rumänischem Staatsgebiet kritisch zu hinterfragen.

Dem Bericht (jeweils in deutscher und rumänischer Fassung) sind Zusammenfassungen auf Deutsch, Englisch und Rumänisch vorangestellt. Jedes Kapitel enthält außerdem eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, jeweils in der Originalsprache und auf Englisch.

Am Ende des Berichts finden sich zwei Anhänge:
1. Die Transkription und Übersetzung eines Gesprächs mit führenden Vertretern des Rumänischen Eichamtes BRML, vom 29. 06. 2015. Darin äußern diese nach anfänglicher Skepsis rechtliche Bedenken zur Verwendung der HSR-Meßanlagen in den Werken Sebes und Radauti. Länge: 9 S.
2. Die laut Eichamt vollständige Akte, die zum Thema Eichung der HSR-Meßanlagen in Rumänien im Laufe der Jahre (ab 2010) von der Behörde erstellt worden ist. Ein Teil der Unterlagen wurden vom Autor des Berichts auf Deutsch handschriftlich kommentiert und durchgehend nummeriert. Im Bericht wird auf diese Unterlagen mehrfach Bezug genommen. Länge: cca. 86 S.

Der vollständige Bericht in deutscher Sprache (cca. 55 Seiten + 95 Seiten Anhang, pdf) kann hier gelesen und heruntergeladen werden. Der Anhang zum Bericht (95 Seiten, pdf) kann getrennt hier heruntergeladen werden.

Autor des Berichts: Hans Hedrich, Verein Neuer Weg/Rumänien
Kontakt:
hanshedrich@gmx.de; Tel. 0040-752-616128
Veröffentlicht am 16. 07. 2015

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One Response to Die “Österreichische Methode”. Oder: Wie man in Rumänien 130 Millionen Euro stiehlt

  1. Anonymous says:

    Interessanter Bericht!

    Vorweg eine kleine “pedantische Kritik”. In einem deutschen Artikel sollten Orte Rumäniens deutsch bezeichnet werden so es dafür (und das gibt es für nahezu jeden Misthaufen Rumäniens außerhalb des Altreiches) eine deutsche Bezeichnung gibt. Sebeș ist allemal noch Mühlbach und Rădăuți noch allemal Radautz, auch Radauts geschrieben, bzw. es gibt auch deutsche Dialektbezeichnungen wie z.B. für Radautz die Bezeichnung Radevits auf Judendeutsch (ich weiß, ich weiß, hat eine eigene Orthographie und sogar Schrift, aber …) oder für Mühlbach auf Siebenbürgersächsisch Melembåch (hat als – bereits aussterbender – regionaler Inseldialekt natürlich keine allgemein verbindliche “Standardorthographie”, das “å” dürfte aus der schwedischen Orthographie entlehnt sein, so wie das z.B. auch ein Weinheber für einen vergleichbaren Laut des von ihm so gern geschriebenen Wienerischen machte). Auch die Kappung rumänischer diakritischer Zeichen ist überaus schofel!

    Von dieser “Formsache” abgesehen, ist der Beitrag inhaltlich sehr interessant. Es wundert, dass sich wer tatsächlich traut gegen “Vernetzte”, wie eben die Holzindustrie Schweighofer, tätsächlich anzurennen! Natürlich stellt sich da sofort die Frage ob es nicht doch bloß eine bestellte Alibiaktion ist, wie das vor nicht allzu langer Zeit z.B. die paar Demonstranten vor der Helenenkaserne in Stuttgart waren, die dort gegen den Mord- und Raubüberfall der westlichen Dominanz auf Libyen ein bisserl demonstrierten. Dieser Überfall wurde bekanntlich von der Helenenkaserne aus organisiert und geleitet … So hat denn alles sein “demokratische Ordnung” im Sinne universell gültiger “politischer Korrektheit”, nicht wahr …

    Wobei sich im konkreten Fall zusätzlich die Frage stellt, inwieweit denn nicht “Schweighofer” bloß eine Art von mikriges “Aushängeschild” für dahinterstehende Kapital- und Wirtschaftsmachtinteressen darstellt …

    Man publiziere doch einmal die Hinterleute dieses Holzkonzerns …

    Vielleicht kommt man dann auf so was wie “griechische Verhältnisse”? Auch die phösen verlogenen und ach wie umtriebigen Griechen, die doch so gar nix arbeiten möchten und nur über ihre Verhältnisse leben, und, und, …, könnten bei der griechischen Wirtschaftsmalaise u.U. viel weniger beigetragen haben als man ihnen so gerne unterstellt. Ein gutes Indiz dafür wäre, dass die gar arg phösen Griechen von den beachtlichen “Hilfsgeldern” ins Land Griechenland kaum etwas wirklich hineinbekommen, dieses Geld landet bekanntlich wo ganz anders …

    Es stellt sich auch die Frage inwieweit die recht großmäuligen Österreicher tatsächlich bei all den vielen “österreichischen Investitionsprojekten” östlich und südlich der österreichischen Landesgrenzen wirklich das Sagen haben/hatten. Wie man bei der Kärntner Hypo leicht erkennt, dürften da ganz andere Interessen bedient worden sein als österreichische …

    Schlimme Lästerer vermeinen, dass über die Kärntner Hypo zumindest in Exjugoslawien, aber auch in etlichen anderen Ländern, politisch Einflussreiche nach dem “Gießkannenprinzip” durch recht dubiose “Kreditgewährung” umtriebig “eingekauft” worden sein sollen. Natürlich hängt sich bei solchen Aktionen jede Art von Geschmeiß, das über internes Wissen verfügt, mit Begeisterung an, weiß es doch, dass es nach Menschenermessen für solche Schweinereien nie zur Verantwortung gezogen werden kann ohne die Hauptschweinereien dabei mitaufzudecken. Dieser Aspekt der Kärntner Hypoproblematik dürfte wohl der Hintergrund für die “Notverstaatlichung” dieses eigenartigen Unternehmens sein und ebenso der Grund für die Zahlungsbereitschaft “der Österreicher” gegenüber “den Bayern”. Die “Erzsauereien” dürften wohl vom Logenbruder Haider (im Auftrage von wohl?) eingefädelt worden sein … Nur so kann sichergestellt werden, dass alles hübsch unter dem Teppich bleibt … Dazu zur Behübschung noch ein “parlamentarischer Untersuchungsausschuss” und eine “integre Tussi”, die da meinte, dass, usw. blablabla …

    Wie man an vielen Fällen, wie z.B. BAWAGPSK, jetzt gerade Österreichische Telekom, der zuvor erwähnten Kärntner Hypo, und noch sehr vielen anderen, erkennen kann, könnte es da bereits ganz kräftigst im österreichischen Gebälk kriseln … Ob da bereits der “Holzwurm” fest an den Balken, die Österreichs Wirtschaftsdach zu tragen haben …

    Wie auch immer, die Situation der Holzindustrie Schweighofer innerhalb Rumäniens und die recht gut erkennbaren Vernetzungen derselben sind überaus symptomatisch für sehr vieles was derzeit in Europa zulasten des Großteiles der europäischen Bevölkerungen vor sich geht und animiert Nachdenkliche zu recht vielfältgen Vergleichen und Assoziationen …

    Rumänien musste nach dem Militärputsch von 1989 alles “Familiensilber” des geschundenen Landes für ein Bettel an das sogenannte “westliche Kapital” übergeben. Die einstigen Raubzüge über die rumänisch sowjetischen Gesellschaften (Sovrom) könnten dagegen vielleicht nahezu als “humanitäre Aktivitäten” bezeichnet werden? Es kam so gut wie NICHTS dafür an “Ersatz” aus Brüssel … Auch die arbeitsfähigen rumänischen Menschen mussten schon rund zur Hälfte hergegeben werden um die seit Jahrzehnten hart durchgezogene Ideologie und Politik der Sterilität und des Todes in Europas Westen, Süden und teilweise auch Norden etwas mitabzufedern. Die Rumänen werden nicht einmal einen Ausgleich bei der wohl in Kürze in arge Schieflage geraten werdenden rumänischen Pensionskassa bekommen und das Quislinggesindel (ja, ja, auch eine Type wie ein Iohannis gehört da mit dazu … die ethnische Herkunft ist da Jacke wie Hose!), welches von der neuen Dominanz aus dem Bodensatz der Nomenklatur – ach ja, was machte denn eigentlich Iohannisens Schwiegervater während des alten rumänischen Regimes? – des 1989 hinweggeputschten Regimes rekrutiert und an die Macht gehievt worden ist, pfeift sowieso kreuzweise auf die Interessen der rumänischen Pensionsempfänger, für die Quislinge des westlichen Kapitals und der westlichen Dominanz zählen ganz andere Interessen …

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