Demnaechst Schiefergasfoerderung im Sachsenland?

von Christian Harfmann, Reussdorf/Cund (Kreis Mures)

Rumänien – wir schreiben das Jahr 2013. Fst 25 Jahre nach der Revolution 1989 dämmert es auch den einfachen Menschen in den entlegenen Dörfern: “Wir wurden betrogen und verkauft!” Die angebliche “Befreiung” hatte ihren Preis und die Gewinner waren jene, die auch vorher schon die Zügel in der Hand hielten.

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Bereit fuer Probebohrungen. Traktoren bei Reussdorf/Cund, Kreis Mures. Foto: Christian Harfmann/Monica Popovici

Während man selbst unter Ceausescu sich noch selbst mit dem Lebensnotwendigem versorgen – und so überleben konnte verlieren die Menschen nach und nach die Grundlage dafür: Ausverkauf des Landes – Spekulation mit ausländischen Investoren für Agrargrundstücke – zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft und somit fallen die Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen weg – Zerstörung der Lebensgrundlage durch sinkendes Grundwasser, Monokulturen und übermässigen Maschineneinsatz.

Nicht zu vergessen die Regelungen aus Brüssel für die Landwirtschaft, die vor allem Grossbetriebe subventionieren und es den kleinen Bauern unmöglich macht, ihre Existenz zu erhalten. Vor nur 5 Jahren hatten noch viele der Familien in Cund – einem kleinen Dorf im Kreis Mures – eine Kuh im Stall, die ihnen die Selbstversorgung ermöglichte. Heute sind noch 3 Besitzer übrig geblieben.

Viele der Menschen, die traditionell in der Landwirtschaft ihr Auskommen fanden sind heute gezwungen, als Lohnsklaven in die westlichen Länder zu gehen, dort auf Spargelfarmen oder in Weingütern zu arbeiten, um ihren kleinen Lohn dann nach Hause zu tragen. Wer einen Beruf gelernt hat ist ohnehin längst ausgewandert.
Natürlich ist das der ideale Boden für Verlockungen, die die Energiekonzerne bereit halten: Von einem “Goldrausch am Energiemarkt” spricht man, seit aus den USA (woher auch sonst?) die Nachrichten von unvorstellbar grossen Vorräten an Gas kommen, das nur darauf wartet, mittels einer hochgiftigen Mischung aus Unmengen an Wasser (wertvolles Trinkwasser, das der Region dann fehlt!) vermengt mit einem fürchterlichen Cocktail an Chemikalen aus dem Gestein gelöst zu werden.

Alle halbwegs verantwortungsvollen Staaten Europas halten sich mit der Euphorie allerdings zurück – zu deutlich sind die Hinweise auf die schädlichen Nebenwirkungen: kontaminiertes Grundwasser, Erdbeben, giftige Substanzen in der Luft – eine ganze Region stirbt. In Rumänien allerdings, wo die Menschen daran gewöhnt sind, sich bevormunden und an der Nase herumführen zu lassen, glauben die skrupellosen Geschäftemacher, leichtes Spiel zu haben.

Mancher Landbesitzer bekommt hier glänzende Augen, wenn er davon erzählt, wie ihn die mit den Bodenuntersuchungen beauftragte Firma mit ein paar Hundert Lei (100 EUR vielleicht) “entschädigt” hat. Dass er damit seine eigene Gesundheit, seine Zukunft und die seiner Kinder verkauft hat, das – ja leider – merkt er erst wenn es zu spät ist.

Posted by at 09/08/2013
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One Response to Demnaechst Schiefergasfoerderung im Sachsenland?

  1. Vlad al II-lea says:

    Acesta nu este saitul real al cotidinului Neuer Weg ci o “facatura” a unui individ certat cu legea care se erijeaza in “purtator de cuvant” al populatiei germane din Transilvania si incita la incalcarea legilor si la distrugeri de bunuri in numele unei asa-zise “aparari a drepturilor constitutionale”. Nu asa trebuie inteleasa democratia! Rusine pentru cei care incearca sa ii corupa la acte ilegale pe cetatenii onesti!!!

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