Brasiliens Bruchlandung. Ungarns Untergang.

RO: Infrangerile spectaculoase ale superputerii fotbalistice Brazilia, la CM 2014,  amintesc de infragerea superputerii fotbalistice Ungaria, in finala campionatului mondial din 1954. Risca si Brazilia sa dispara, la fel ca Ungaria, cel putin pentru o vreme, din top-ul echipelor fruntase ale fotbalului? Tot ce se poate…
EN: Brazils historic defeats during the last two worldcup games may slowly transform the (former) football superpower – at least for a period of time – into what Hungary became after its defeat in the WC finals against Germany in 1954: a no-name and depressive football clown in international competitions…

hubra54
DE: Als sie noch Titanen waren: Duell der heutigen Fussballzwerge Ungarn und Brasilien, 1954.
RO: Lupta dintre titanii de ieri, adica piticii de azi: Ungaria-Brazilia (4:2), Berna/Elvetia, 1954. Quelle/Sursa: FIFA>>>

Im tanz-, fussball- und musikvernarrten und ueberhaupt dem Lebensgenuss zugewandten Brasilien wird den monumentalen Niederlagen ihrer Fussballnationalmannschaft in den letzten beiden WM-Spielen nicht zufaellig eine ausserordentliche Bedeutung zugemessen. Die Rede ist in den Fehleranalysen von veralterter Spieltaktik, disfunktionaler Nachwuchsfoerderung, problematischem sozialen Hintergrund vieler Spieler und von Arroganz und Herablassung gegenueber der restlichen Fussballwelt.

Hinzu kommen scheinbar zwanghafte Versuche des gegenwaertigen (Noch)Trainers Felipe Scolari, seinen brasilianischen Fussball-&Lebenskuenstlern eine eher kopfgesteuerte (nordische?) Spielweise aufzuzwingen – ein Vorwurf, der schon vor 4 Jahren laut wurde.
Manche Beobachter sehen in den Geschehnissen der letzten Tage, dem “9/11” Brasiliens, auch eine Niederlage der brasilianischen Kultur der Alltagsimprovisation, der wirtschaftlichen Ineffizienz sowie der inkonsistenten Mentalitaet des Voodoo-Hokuspokus-Psychobrimborium vieler Brasilianer als Ursache des Scheiterns gegenueber den Effizienz-, Organisations- und Disziplinmaschinen Deutschland und Holland. Ist Brasilien im  weltweiten Wettbewerb ploetzlich verunsichert ob seiner bisherigen Lebens- und Wirtschaftsweise?

Unabhaengig davon, wie all diese Faktoren zusammenwirken, laesst sich zumindest im Moment beobachten, dass die brasilianische Nationalmannschaft mit der Niederlage gegen Deutschland einen viel staerkeren Knick erlebt hat, als man sich ausdenken kann. Die Niederlage gegen Holland scheint das zu bestaetigen. Dieses Trauma erinnert mich einen z.B. an den mentalen KNICK und darauf folgenden abrupten Niedergang der in den fruehen Fuenfzigern den Weltfussball dominierenden Ungarn. Ein Knick, der 1954 von der unerwarteten Niederlage im WM-Finale gegen Deutschland ausgeloest worden war. Von der Fussballgrossmacht zur “Fussballohmacht”, das war Ungarns Weg in den Jahrzehnten nach jener traumatischen Niederlage – dabei pflegte die Mannschaft von Puskas & Co. bis dahin andere Fussballgrossmaechte, so auch Brasilien, England und Deutschland, mit schoener Regelmaessigkeit vom Platz zu fegen.

Felipao scheint derweil die Ausmasse des Desasters nicht wahrnehmen zu wollen und verteidigt zusammen mit anderen Fussballfunktionaeren seine Sicht der Dinge. Zu den ueberdeutlichen Aufloesungserscheinungen der brasilianischen Fussballmannschaft kommt also eine gute Portion Wahrnehmungsstoerung hinzu – das beste Rezept also fuer einen ‘nachhaltig’ anhaltenden Niedergang!

Brasilien koennte auch etwas aehnlich Schmerzhaftes bevorstehen wie Ungarn, wobei bei einer mindestens 20-fach groesseren Bevoelkerung Brasilien ein entsprechend groesseres Reservoir an Nachwuchsspielern hat und der Niedergang von kuerzerer Dauer sein wird. Fuers erste aber scheint das Land auf dem besten Wege zum Fussballclown zu werden, den bald keiner mehr ernst nimmt, so wie die Spieler ihren Trainer ‘Felipao’ beim Hollandspiel schon zu ignorieren begannen um sich wie wir Kinder frueher beim Strassenfussball improvisiert gegenseitig zu “coachen”.

PS1: Neige persoenlich sehr der suedlaendischen oder auch osteuropaeischen Lebensweise zu – und gleichermassen der deutsch-hollaendisch-angelsaechsischen effizienzorientierten (“toreschiessenden”) Organisationskultur, weshalb ich glaube, dass Brasilien sehr wohl etwas von seinen letzten beiden Bezwingern uebernehmen kann, ohne sich selbst dabei aufzugeben. Deutschlands Lernbereitschaft und Orientierung an suedlaendisch-sanguiner Spielweise haben es in den letzten Jahren dorthin gefuehrt, wo es heute steht…

PS2: Ueberhaupt sollte bei der Bewertung der fussballerischen Leistung eines Landes auch die Groesse seiner Gesamtbevoelkerung beruecksichtigt werden – wodurch Brasilien 2014 zum Fussballzwerg schrumpfen und Holland zum Titanen werden wuerde… Deutschland waere zwar auch irgendwo vorne mit dabei, aber nicht die absolute Spitze, die es sich heute anschickt zu werden. Und Ungarn und Rumaenien blieben beide dort, wo sie heute schon sind: im fussballerischen Niemandsland, wobei Ungarn mit nur 50% der Bevoelkerung Rumaeniens “nur” halb so mies dastehen wuerde wie Letzteres.

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Posted by at 13/07/2014
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