Bekommt Siebenbuergen eine Verfassung?

Moeglicherweise. Warum? Weil 2013 mit einiger Wahrscheinlichkeit die “Entwicklungssregionen” zu Verwaltungsregionen aufgewertet werden sollen – und dazu gehoert folgerichtig, dass die Regionen sowas wie ein ‘Statut’ bekommen, was in etwa einer Art “Grund-Gesetz”/Verfassung nahe kommen wuerde.

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Zwar moechte Bukarest den Regionen (noch) keine eigenes vom Volk gewaehltes Parlament zugestehen – aus Angst vor der moeglicherweise nicht kontrollierbaren Eigendynamik der ‘Befreiungsbewegung’ von Bukarest? -, aber das (die Einrichtung von Parlamenten samt Eigendynamik) duerfte m.M.n. eher eine Frage des Wann und nicht des Ob sein.
Die Presenachricht zum Thema in Uebersetzung (Quelle + Foto: Antena3):

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“Ministerpraesident Victor Ponta hat auf einem Fernsehsender angekuendigt, dass er den Gedanken einer territorialen Neuordnung Rumaeniens akzeptiert – und mehr noch, er beabsichtigt eine solche auch umzusetzen.

Victor Ponta erklaerte, es wuerde acht Verwaltungsregionen geben, wobei ein Teil der Kompetenzen der Kreisraete diesen Regionen uebertragen wuerde. Die Fuehrung dieser Regionen wird von den Stadt-/Gemeinderaeten und Buergermeistern vorgeschlagen und gewaehlt werden.

Entgegen bisheriger Vorschlaege wird diese administrative Neuordnung die bisherigen Kreise beibehalten, die in die acht Verwaltungsregionen integriert wuerden.

Somit werden diese Regionen europaeische Gelder erhalten und fuer ihre Entwicklung selbst Kredite aufnehmen koennen.”

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Dass es bei einer territorialen Neuordnung und deren Folgen, Risken und Nebenwirkungen um viel mehr gehen wird als um die Abrufung europaeischer Gelder, versteht sich von selbst. Deshalb empfiehlt es sich 2013, moeglichst professionelle Organisations- und Lobbyarbeit im gesamtsiebenbuegischen Interesse zu leisten.
Seit 5 Tagen haben wir 2013…

Posted by at 06/01/2013
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4 Responses to Bekommt Siebenbuergen eine Verfassung?

  1. SBZ-Leser says:

    Cui bono?

    Wem soll es Nutz & Fromm bringen zusätzlich zu den bestehenden ausführenden (Gerichtsbezirksebene sowie Kommunenebene) noch eine weitere Verwaltungsebene in Rumänien einzuziehen?

    Noch mehr von der gequälten in massivstem Umfang durch Unfähigkeit und Misswirtschaft bereits aus dem Lande Rumänien vertriebenen Bevölkerung zu unterhaltende parasitäre Bürokraten die das Land noch ärger im Sinne von EU und NATO demolieren aufs bereits arg tränende rumänische Auge zu drücken?

    Dieses neue Phanariotengesindel ist der allerletzte Dreck den das Land Rumänien anscheinend hervorzubringen imstande war. Diesen Dreck will man noch weiter in zusätzlich zu schaffenden Strukturen unterbringen um noch mehr Schergen auf die arme Bevölkerung Rumäniens loslassen zu können?

    Der richtigere Weg wäre wohl das Hinausschmeißen von mindestens 2/3 der in der allgemeinen Administration des Landes herumlungernden Beamtenschaft! Eventuell die “Abschlankung” von administrativen Strukturen von Kommunen aus denen bereits ein großer Teil der Bevölkerung aus dem Lande geflüchtet ist. Womit allerdings das Eingeständnis des „Verlustes“ evident werden würde …

    Diese acht “Entwicklungsregionen” sind im Grunde nur ein geschickt organisierter Teil der Destruktionsstrategie von EU und NATO um das Land Rumänien noch weit stärker als bisher zu inferiorisieren. Sie überschneiden auch ganz mit Absicht die Grenzen historischer Landschaften die einst eine gewisse Bedeutung hatten um jedes Wiederzustandekommen regionaler Identitäten weitgehendst hintan zu halten. Extrem deutlich zu erkennen an der südöstlichen Region die wild historische Regionen wie die Dobrudscha, die Große Wallachei und selbst die Moldau zu durchschneiden scheint.

    Kein rumänischer Helote der sein Überleben nur im Ausland zu realisieren vermag, kein einziges z.B. noch siebenbürgersächsischsprechendes Kind wird dadurch zusätzlich im Lande Rumänien anwesend sein, es wird dadurch auch kein einziges von Rumänischethnischen betriebenes Unternehmen von volkswirtschaftlich relevanter Größe im Lande geben, usw. usf.

    Die Sache vermag einzig der weiteren Destruktion zu dienen!

    Oder erhoffen sich gar einige Dakogermanen als “Neuphanarioten h.c.” auch zum Fressen am politischen Sautrog zugelassen zu werden?

  2. hans says:

    ja, die “entwicklungsregionen “überschneiden auch ganz mit Absicht die Grenzen historischer Landschaften die einst eine gewisse Bedeutung hatten um jedes Wiederzustandekommen regionaler Identitäten weitgehendst hintan zu halten.” – das wuerde ich aber gar nicht EU und NATO alasten. im gegenteil, es ist sowas wie konsens in RO, dass das konzept dieser murksregionen eher auf dem mist nationalistisch-securistischer cliquen gewachsen ist, um das land und die regionen weiter in einem ihnen nuetzlichen verwaltungskorsett zu halten und auszuquetschen.

    EU und NATO haetten m.m.n. viel lieber ein prosperierendes, identitaer gesunde rumaenien, als den jetzigen ewig siechen, orientierungslosen bettler am balkan. das schema “EU + NATO = feind der oststaaten” ist mir einem viel viel zu simpel und klassenkaempferisch gestrickt. den grund der ‘inferiorisierung’ dieser laender sehe ich eher in den 40-50 jahren kommunismus + in den mentalitaetsbedingten inkompatibilitaeten mit westlichen lebens-, arbeits- und organisationsmodellen. dabei stimme ich wiederum zu 100% ihrer meinung zu, dass ostmentalitaeten gegenueber westmentalitaeten nicht unbedingt “schlechter” sind, sondern ein einfach nur “anders” – mit positiven und negativen auswirkungen. nach wie vor ist mir “rumaenisches” m weitesten sinne, v.a. in seiner siebenbuergisch/banater version viel naeher, wertvoller und lieber als “amerikanisches”.

  3. SBZ-Leser says:

    Sehr wohl sind EU & NATO ursächlich für das Desaster in Rumänien! Darüber hinaus gibt es keinen einzigen “prosperierenden” aus dem Satrapengebiet der implodierten Sowjetunion unter die Fuchtel unserer aktuellen Dominanz geratenen Staat!

    Im Grunde haben sich die Lebensbedingungen für die breite Masse der Bevölkerung in allen betroffenen Staaten teils dramatisch verschlechtert!

    Von einigen wenigen Wendegewinnern abgesehen verloren die meisten Menschen überall massiv an realer Lebensqualität. Auch statistische Zahlenspielereien vermögen an dieser Tatsache nur wenig zu verändern.

    Damit soll keineswegs unterstellt werden, dass die Menschen dem abgedankten System auch nur eine Träne nachweinen. Keineswegs! Nur die Allerwenigsten wollen diese Kreaturen der Sowjetbolschis wirklich in gleichen Amt und Würden wie früher zurückhaben. Aber so blöd, dass sich die Leute von perfider Propaganda ein Loch ins Hirn hauen lassen und wirklich anzunehmen bereits sein könnten was ihnen die hundsgemeinen Monopolmedien einzureden versuchen sind sie deshalb noch lange nicht …

    In fast allen betroffenen Staaten ist ein massiver Bevölkerungsrückgang festzustellen. Das massivst beschädigte Land ist unzweifelhaft Rumänien, welches selbst nach offizieller Darstellung in nur 2 Jahrzehnten EU & NATO Dominanz ein Viertel seiner residenten Bevölkerung eingebüßt hat. Nach Ansicht Kundiger in Wirklich sogar ein Drittel!

    Dazu kommt noch, dass dieses Viertel bzw. Drittel der Bevölkerung in Wirklichkeit vermutlich zumindest an die Hälfte der Menschen der produktions- und reproduktionsfähigen Generation Rumäniens darstellen dürfte!

    Es ist nahezu unfassbar, dass sich gegen eine derartige Zerstörung des Landes keinerlei Widerstand zu regen scheint!

    Es ist in keiner wie immer gearteten Art und Weise möglich durch administrative Herumspielereien – ob sich da “Entwicklungsregionen” mit längst obsolet gewordenen historischen Landschaften decken oder nicht mag allenfalls noch zusätzlich etwas “negative Verzierung” sein, um noch ein wenig mehr „diversiune“ zu produzieren, mehr schon nicht – eine radikale Umkehr dieser desaströsen Entwicklung zu bewirken. Manche nehmen an, dass eher das Gegenteil bewirkt werden könnte …

    Auch aus siebenbürgersächsischer Sicht kann keinerlei begründbarer Schluss gezogen werden, dass auf Grund solcher völlig überflüssiger “Reformen” auch nur ein einziges zusätzliches noch siebenbürgersächsischsprechendes Kind im Lande Rumänien aufwachsen könnte.

    Von ein paar parasitären Dakogermanen abgesehen, die ihre eigenen “Landsleute” im Stile der gewendeten Nomenklaturakreaturen um einen Pfifferling zu verhökern bereit sind/weiter sein werden, ist auch keinesfalls abzusehen, dass irgendetwas auch nur irgendwie noch Deutschsprachiges in Rumänien von derartigem überflüssigen Firlefanz “profitieren” könnte!

  4. Uwe says:

    Inzwischen haben wir Ende 2015 und – welch Überraschung – diesbezüglich ist nichts, aber auch rein gar nichts passiert…

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