21 Gründe für den Untergang der Siebenbürger Sachsen. (Teil II: 8-14)

Autor: Louis FC

8. Deportation in die UdSSR
An dieser Stelle brauchen wir glauben wir, nicht mehr dieses allzu gut bekannte Thema ansprechen. Zahlen usw. sind wohlbekannt, nicht erst seit der „Atemschaukel“ der Nobelpreisträgerin Müller. Es war eine Zwangsmaßnahme, die ausschließlich die deutschsprachige Bevölkerung betraf und die als Wiedergutmachung von den Sowjets betrachtet wurde. Kein Rumäne ist davon betroffen gewesen, aber alle Sachsen, Männer und Frauen eines bestimmten Alters. Diese Maßnahme hat vor allem die sächsische Bevölkerung gegen die rumänische aufgebracht und die unselige, abstruse Gleichsetzung der Sachsen ins Leben gerufen, wonach die Maßnahmen gegen die Sachsen nicht nur kommunistisch, sondern vor allem nationalistisch gewesen sein sollen.

st-usa


9. Die massive Bespitzelung
im Kommunismus auch durch die eigenen Leute und bereitwillige Zusammenarbeit einiger dieser Leute mit dem kommunistischen Staat

Die immer wieder, absurder Weise auch heute noch beschworene Einheit des kleinen Sachsenvölkchens, die über allem steht und die auch die auch immer wieder hervorgehobene Toleranz („die Einheit geht über alles, da sind wir sogar bereit, tolerant zu sein“, dabei ist Toleranz fast immer die Toleranz aller, ansonsten gibt es sie nicht) erklärt, wurde durch das kommunistische System der fortwährenden Bespitzelung nun auf eine harte Probe gestellt. Das Thema dürfte auch durch die sehr ausführliche Berichterstattung auch und vor am allem in den westdeutschen Medien der Bespitzelungsskandale unter rumäniendeutschen Schriftstellern und ihrer Rechtfertigungsarien bekannt sein.

Wir wissen heute, dass die Rumäniendeutschen mit einer jahrelangen erhöhten Aufmerksamkeit der Securitate und ihrer Informellen Mitarbeiter (IM) bedacht wurden und dass diese IM’ s vor allem aus den Reihen der kirchlichen Würdenträger und der Intellektuellen der Rumänen aber vor allem der Minderheiten rekrutiert wurden. Misstrauen gegen jeden war die Folge, zumal wenn es um den eigenen „Herrn Vuater“ (dem eigenen Pastor) ging, dem eigenen „Amtsbruder“, dem eigenen Kollegen in der Redaktion der Zeitung. Aber auch hier war der vermeintliche Zusammenhalt größer und die Abneigung gegen die anderen, die „Rumäner“. „Arbeite ruhig für sie, die Securitate, immer noch besser, es arbeiten unsere eigenen Leute mit“, war eine beliebte Ausrede, bis heute eigentlich. Schizophren, oder?

Und dann die Kommunisten aus den eigenen Reihen. Volksverräter, Nestbeschmutzer waren sie, „arbeiten mit diesen Rumänen zusammen“. Zugegeben, einige waren zu recht verhasst, weil sie sich ohne Not besonders hervortaten und heute unter denen leben, die im Westen sind und wie alle anderen deutsche Pensionen beziehen. Unschön. All dieses förderte nicht gerade die Einheit, die viel beschworene, um die es längst nicht mehr gut bestellt war, denn die Auswanderung nahm größere Dimensionen an. Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland schien ihre Ziele bzgl. der Auswanderung schön langsam zu erreichen.

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10. Die Gründung der Landsmannschaft (LM) zum Zwecke der Zementierung des Vertriebenenstatus und der Verhinderung der Rückkehr
Wir sind in der Chronologie in der unmittelbaren Zeit nach dem 2. Weltkrieg angekommen, in Rumänien gibt es eine kommunistische Diktatur, die Siebenbürger Sachsen erleiden alle Strafen, die sich der Sieger gegen wehrlose Verlierer nur ausdenken kann. Alle Sachsen? Nein, nicht alle. Einige siebenbürgisch-sächsische Nazis haben vorgezogen, wenn schon nicht zum Ural, dann doch lieber an den Rhein und die Isar zu gelangen und mit ihnen, wie dargestellt, ein Teil der Siebenbürger Sachsen auch, ob freiwillig oder nicht, wissen wir auch. Was blieb den verbleibenden Sachsen übrig, für alle mitzuleiden. Währenddessen nutzt die bundesrepublikanische Justiz die von den alliierten importierten demokratischen Regeln dergestalt, das sie sie missbraucht, indem sie zunächst die Nazis in ihrer eigenen Bevölkerung großzügig behandelt und sie in Behörden und auch der Justiz weiter schalten und walten lässt.

Ungeschoren blieben auch sächsische Nazis und rumänische Legionäre, besonders rabiat, da sind schlimme Versammlungen protokolliert, „unsere Vertreter“, die die neu gegründete „Landsmannschaft“ anführen und die sich von Anfang an zum Ziel setzen, „ALLE SIEBENBÜRGER SACHSEN MÜSSEN AUSWANDERN, MÜSSEN ZU „UNS“ KOMMEN. Dieser Bischoff Müller, der Nazimitläufer, wehrt sich dagegen? Ein Kommunistenhandlanger! Wir haben unsere Beziehungen, wir wissen, womit man den rumänischen Staat ködern kann, seine deutschsprachigen Bürger abzugeben, wir wissen, wie man dem Müller durch gezielte Verbreitung seiner Nazilobeshymnen in Predigten aus den 30-er Jahren beikommen kann.

Aber erstmal musste der Vertriebenenstatus her, die florierende deutsche Wirtschaft, das Wirtschaftswunder brauchte Arbeitskräfte und Lastenausgleich für enteignete Güter war auch ein tolles Geschenk für die Neuankömmlinge aus dem Osten und ein Köder dazu. Rückkehr, niemals! Die Barbarei des Verkommenlassens der zurückgelassenen Kulturgüter begann somit. Aber was ist das schon gegen die Barbarei von Völkermord und Krieg.

An dieser Stelle wollen wir einen wichtigen Punkt nicht vergessen zu erwähnen: die bis heute nicht in Angriff genommene Vergangenheitsbewältigung. 68 Jahre nach Kriegsende ist über Schuld und Sühne bei den Sachsen immer noch nicht seitens der selbsternannten „Volksvertreter“ gesprochen worden.

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11. Die massiven Schiebereien beim Lastenausgleich in Deutschland

Nun sind unsere Landsleute also ohne Hab und Gut, selbstredend meistens ohne Nachweise ihrer Eigentumsrechte, Eigentum, dass nun durch erlassene Dekrete in die Hände des Staates, des kommunistischen Staates fällt, das wiederum an Günstlinge weiter verteilt und das im Westen als Eigentumsverlust als Kriegsfolge deklariert werden kann, also Lastenausgleich. Wer fragt da noch nach Dokumenten, Zeugen müssen her und man hilft sich eben gegenseitig. Großes Erstaunen später dann, als die Verwandtschaft mit Grundbuchauszügen in den 70-ern, 80-ern ankommt und sich herausstellt, oje, nun müssen wir erneut zahlen, und der alte Beschluss ist auch noch verjährt.

Siebenbürgen wurde möglicherweise doppelt entschädigt, bzw. ist viel zu klein für so viel Lastenausgleich. Egal, jetzt wird es mit der Auswanderung ernst. Der Devisenhunger eines Herrn Ceausescu kann gestillt werden und die Bundesrepublik kriegt hastdunichtgesehen 200.000 neue Bürger, die auch noch deutsch sprechen, auch der Hunger nach Arbeitskräften ist gestillt, die Rentenkassen füllen sich wieder. Einsame Rufer in der Wüste dagegen: die evangelische L Kirche A. B. in Siebenbürgen, Bischof Albert Klein, ein zaghafter Rufer zugegeben, sein Diktator will es ja auch anders. Also auf zum Menschenverkauf.

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12. Der Sachsenverkauf nach Deutschland nach 1945/77
Nun, da dieser Dr. Hüsch endlich alles sagen darf, was da gelaufen ist, kann man es auch im Internet nachlesen. Alles? Wir haben Zweifel. Aber zunächst folgendes: egal, wie man es dreht oder wendet, heraus komm immer ethnische Säuberung und das Schlitzohr Ceausescu kriegte Geld dafür. Mal ganz abgesehen davon, dass das ganze immobile Vermögen, so nicht verkauft vor Auswanderung (aber wer konnte verkaufen, was ihm vorher weggenommen wurde) da blieb, also dem Staat. Mal weiter davon abgesehen, dass das Gemeinschaftsvermögen, also der Teil des Gemeinschaftsvermögens, der auf jeden Auswanderer fällt, ja auch dablieb, also das heutige kirchliche Vermögen. Gehört der DORTIGEN Gemeinschaft! Ein Schönheitsfehler, von der damaligen Bundesregierung und der damaligen Landsmannschaftsführung zu verantworten? Wohl kaum.

Also, was ist der zwingende Schluss: die Ausgewanderten haben ihren Anspruch darauf durch die Auswanderung verwirkt. Rückwanderung und Restitution ist somit ein schwieriges Unterfangen, ja, sie werden dadurch nahezu unmöglich gemacht. OK, es gibt Ausnahmen. Aber was bestätigen die? Genau! Und dieser zwingende Schluss ist kein Schönheitsfehler oder wurde weiß Gott, wie Juristen sagen, nicht billigend in Kauf genommen, sondern war so gewollt. So und nicht anders und nur so wird es gewesen sein. Wer weiß schon, dass lediglich 2 % der gesamten in Rumänien getätigten Restitution von im Ausland lebenden Sachsen erfolgreich war? Und warum? Selber drauf kommen.

st-moa


13. Die massiven Schiebereien der Landmannschaft und von Privatleuten im Zusammenhang mit dem Sachsenverkauf
Wie immer, wenn Milliarden vehikuliert werden, fällt manches vom Tisch des Herrn ab. So auch damals. Das Gerücht ist nicht von der Hand zu weisen, dass neben der einen Milliarde, die die deutsche Bundesregierung für den Freikauf ausgab, wohl dazu von gutgläubigen Sachsen hüben und drüben in die Taschen von selbst ernannten Vermittlern aus dem Westen und korrupten Polizei- und Securitatebeamten im Osten geflossen sind, völlig überflüssiger Weise, einfach so, zur angeblichen Beschleunigung.

st-loes


14. Die Nichtinangriffnahme nach 1989 durch die Landsmannschaft einer möglichen Rückwanderung
Im Dezember 1989 war urplötzlich für die Hunderttausenden Siebenbürger Sachsen in Deutschland und anderswo im Westen nichts mehr wie es war. Der Grund für ihre Auswanderung war plötzlich nicht mehr vorhanden, ja, im Grunde genommen, war die Existenzfrage an die Landsmannschaft zu stellen. Und was passierte? Erstmal gar nichts, nein, nicht ganz, einige Schlaue machten sich auf den Weg zurück, die meisten sollten es nicht bereuen, auch wenn sie von vielen belächelt wurden, die in Deutschland blieben. Ja, natürlich, es gab und gibt die Bedenkenträger, es gab und gibt die Ängstlichen, die um ihre deutsche Rente bangten, man sagte: der Kommunist im Rumänen ist geblieben, es wird sich nichts ändern, schaut Euch doch die Politiker in Bukarest an usw. usf. Wer aber vor allem in Schockstarre verfiel, war die Landsmannschaft. Jahrelang hatte man angeblich auf Koffern gesessen, um zurückzukehren.

Und nun? Es gibt z. B. bis heute die Legende, die von Funktionären der LM verbreitet wird, dass seit dem Exodus in Nordsiebenbürgen die Stelle des evangelischen Stadtpfarrers in Bistritz 20 Jahre lang nicht neu besetzt worden sei, weil der Stadtpfarrer ja lebe, bloß in Deutschland und irgendwann zurückkehren werde. Es kehrte einer zurück, er sitzt heute noch als angesehener Greis in Hermannstadt. Es war nicht der ehemalige Stadtpfarrer. Niemand hatte die Absicht und hat sie heute auch nicht, seitens der LM, eine Rückkehr auch nur in irgendeiner Weise zu fördern, in Verhandlungen darüber mit rumänischen Stellen zu treten. Niemand verhandelt wirklich auf höherer Ebene über die Restitution von Immobilien zumindest an Rückwanderer. Nein, man breitete die Arme aus und empfing den massivsten Exodus in den Jahren 1990 und 1991. Und ließ diese Menschen danach auch gleich wieder fallen.

Viel Trauriges sieht und erlebt der Mensch im Laufe eines langen Lebens. Zwei alte Männer, einfach gekleidet, in einem schlimmen Cafe, das diesen Namen nicht verdient, an einem trüben Montag morgen am Rande eines Gewerbegebietes in einer schwäbischen Kleinstadt Kaffeetrinken sehen und dann hören, sie sprechen einen siebenbürgisch-sächsischen Dialekt, gehört zum Traurigsten, was man erleben kann. Warum? fragt man sich, warum?

st-sthi

 

Posted by at 02/03/2013
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16 Responses to 21 Gründe für den Untergang der Siebenbürger Sachsen. (Teil II: 8-14)

  1. Reinhard says:

    Prima Artikel! ob die SbZ (“Staatszeitung” mit 8-seitiger Sterbedokumentation der LM) auch mal sowas Ähnliches bringen würde, wage ich zu bezweifeln……

    Grüße aus Fürth.

  2. Anonymous says:

    Einseitige Stimmungsmache. Wenn der Autor auch einmal gegenrechnen würde, was die nach Deutschland ausgewanderten Siebenbürger Sachsen heute rückblickend gewonnen haben: Lebensbedingungen und Entwicklungschancen, die die damalige Entscheidung zur Aussiedlung nachträglich fett bestätigen, insbesondere gilt das für die zweite und dritte Generation.
    Hans Hedrich kämpft in Rumänien gegen Windmühlen, gegen Missstände und Korruption, die einem in Deutschland (zumal in dieser heftigen Dimension) nicht begegnen. (Reinhard in Fürth wird an dieser Stelle wohl auch wenig zu schimpfen haben.)

  3. hans says:

    es ist ein typisches einerseits-andererseits-dilemma:

    EINERSEITS stimmt es, dass das leben in DE lebenschancen noch und noch gebracht hat. mir ja auch. mir ging es dort gut. hier geht es mir aber besser.

    ANDERERSEITS: fuer lebenschance bezahlt man in der regel nicht mit dem verlust der heimat. der preis ist nicht angemessen.

    EINERSEITS: kaempft der hedrich gegen die windmuehlen, klar und hoffnungslos. ich bin der spezialist fuer hoffnungslose faelle.

    ANDERERSEITS: wuerde ich den kampf mit den windmuehlen nur ungern mit dem roboten in der tretmuehle in DE (oder sonstwo) eintauschen.

    habe bewusst freud und leid in der alten, krepierenden siebenbuergischen urheimat gewaehlt, anstatt leid und leid in der deutschlaendischen unheimat.

    EINERSEITS: wurde mir heute nach etwa 10 liter diesel aus meinem tank gestohlen, es waren sicher die nachbarn.

    ANDERERSEITS: hocke ich gerade in einem cafe, trinke einen latte macchiato, hoere carlos santana und plane meine naechste reise nach bulgarien und bruessel.

    das leben lebt in rumaenien noch, wenn auch auf seine wuchernde tumorartige art und weise; der latte ist eigentlich ein cappucino undd die raubkopierete CD mit santana hakt – aber immerhin, die musik spielt hier im osten.

    gruss aus der wirklichkeit!
    😉

  4. Anonymous says:

    Der Diesel-Diebstahl ist ärgerlich. (Das ist mir in Deutschland noch nicht passiert)
    Wenn Sie sich in Rumänien gut fühlen, dann ist das erfreulich.

    “ANDERERSEITS: fuer lebenschance bezahlt man in der regel nicht mit dem verlust der heimat. der preis ist nicht angemessen”

    Eben das habe ich mit der zweiten und dritten Generation angesprochen.
    Für diese ist Deutschland die Heimat, Sie empfinden daher persönlich keinen Heimatverlust und lassen sich den auch nicht einreden. Für sie wäre das Verlassen Deutschlands ein Heimatverlust.

  5. hans says:

    das mit der dritten generation troestet – aus historischer perspektive gesehen; es troestet aber nicht die 1. generation, zu der ich auch zaehle.

  6. Anonymous says:

    Sie haben sich für ein Leben in Siebenbürgen entschieden, Herr Hedrich.
    Diejenigen Angehörigen der “ersten Generation”, die heute nicht mehr weg wollen aus Deutschland, wissen, dass man nicht alles haben kann: Die Integration in Deutschland bedeutete hier heimisch zu werden. Siebenbürgen ist somit Erinnerung. Gewiss ist man heute dafür dankbar, Tag für Tag in Deutschland aufzuwachen – und nicht in Rumänien. Für nicht wenige, die von der “alten Heimat” träumen, sind es, wenn die Verklärung nicht Platz gegriffen hat, durchaus auch böse Träume, denn warum wollten so viele seinerzeit einfach nur weg?!

  7. hans says:

    die sachsen wurden auf ‘sanfte’ art, d.h. mit zwangsmassnahmen ueber 50 jahre hinweg vertrieben. deshalb und nur deshalb “wollten” wir weg. das war irgendwie von allen seiten (RO, DE, ex-SS-sachsen) so gewollt – siehe auch den groesseren kontext der vertreibung der deutschen aus osteuropaa.

    die heimat der sachsen ist siebenbuergen (gewesen), sonst nichts. waeren wir in groesserer zahl hier geblieben, so waeren wir heute wieder mit die wohlhabendsten in siebenbuergen un der region und uns wuerde es rel. gut gehen. so aber rennen nun auch die rumaenen davon, nachdem sie sich mit der pluenderung 8bgs und dem verkauf der sachsen maechtigst ins knie geshcossen haben.

    vielleicht kommen ja irgendwann die englaender und uebernehmen die rolle der sachsen hier. waere zu wuenschen!

  8. Anonymous says:

    Ihre Aussage “die heimat der sachsen ist siebenbuergen (gewesen), sonst nichts” finde ich – mit Verlaub – anmaßend.
    Die Siebenbürger Sachsen haben stets selbstbewusst auf ihr Herkunftsland hingewiesen. Heute sind sie Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen in Rumänien, sind die Siebenbürger Sachsen Deutsche in Deutschland, Österreicher in Österreich, Kanadier in Kanada, US-Amerikaner in den USA etc. Niemand sollte ihnen ankreiden, dass sie außerhalb der “Heimat Siebenbürgen” heimatlos geworden seien. So ähnlich hätte es übrigens auch Paul Philippi äußern können.
    Sie waren und sind Siebenbürger Sachsen, so sie sich als solche identifizieren, und sind als Deutsche in Deutschland längst heimatlich verwurzelt. Fragen Sie Angehörige der nicht mehr in Siebenbürgen geborenen Generationen nach ihrem Heimatland. Die Antwort wird eindeutig ausfallen. Dies ist die Lebenswirklichkeit.

    • hans says:

      sehe gar nichts anmassendes in meiner behauptung. es ist halt meine meinung, aufgrund meiner wahrnehmung der lage und schluss. natuerlich bist du sbs. egal wo auf der welt, wenn du dich dazu bekennst. trotzdem bin ich der meinung/ueberzeugung, die (kollektive) heimat der sbs ist in siebenbuergen und sonst nirgends, egal, ob das auch herr philippi, albert einstein oder adolf hitler oder die marsmenschen auch so sehen oder nicht. ihr konstruierter begriff “heimatlich verwurzelt” macht auch schon den unterschied deutlich zwischen heimat und “pseudoheimat”, zwischen unreflektiertem sich-zuhause-fuehlen in 7bg und dem gedachten, gewuenschten, projizierten in deutschen landen.

      und apropo fragen: die aelteren semester brauchen sie gar nicht fragen, wo sie zuhause sind – v.a.a die leute aus dem doerflichen raum: setzen sie sich mal zu ihnen waehrend einer gemeinsamen weihnachts- oder familienfeier un dise hoeren sie faast ausschliesslich von 7bg reden.

      mir bracuht man diesbezueglich keine geschichten erzaehlen – ich bin in DE selbst teil derselben gewesen und weiss aus intimster naehe, was in den seelen meiner aelteren anverwandten und mancher freunde vor sich geht.

      die auswanderung der sbs ist auf nazimist gewachsen, ebenso, wie die vertreibung der deutschen aus dem osten zum ersten mal von karl marx angedacht worden war. bei solchen “vaetern” der auswanderungsidee konnte nichts gutes daraus werden.

      die sachsen sehen die thematik verstaendlicherweise aus der mikropersektive und blicken allzu selten auf die entscheidenden vorgaenge auf der makro-ebene, die ausschalggebend waren: wie neuordnungspolitik in MOE seitens der ex-kolonialmaechte FR, EN nach 1918 und die systhematische zerruettung dieser region waehrend mehrerer ideologischer regime danach – wobei das naziregime “nur” 12 jahre gedauert hat, das sowjetische dagegen fast ein halbes jahrhundert.

      somit sind die wahrnehmungen der sachsen und “ihres” verbandes zur auswanderung, nach dem motto: wir haben zwar “etwas” verloren, dafuer aber sehr viel bekommen, kleingehaekelt, selbsttroestend und perspektivvlos.

      die zeit wird alle wunden heilen, bzw. sie unter die erde bringen.

  9. Anonymous says:

    Durch die Jahrhunderte hindurch verließen Menschen, Familienverbände, größere Gruppen aus verschiedenen europäischen Regionen und Motiven zu unterschiedlichen Zeitpunkten, vom 12. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert, ihre bis dahin angestammte Heimat. Die Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen sind also bekanntlich als Ethnie sehr heterogen. Die Bindung an Siebenbürgen und damit verbunden der Heimatbegriff ist – historisch betrachtet – nicht immer und ewig gültig. Meinen Sie nicht, dass etwa die Landler seinerzeit infolge ihrer Deportation aus dem Salzkammergut aus Glaubensgründen einen furchtbaren Heimatverlust erlitten haben. So gesehen haben Nachfahren, die sich nach dem Krieg wieder in Österreich ansiedelten, wenn auch viele Generationen später, eine Rückkehr vollzogen.
    Die Wanderungswege nach und wieder von Siebenbürgen weg sind Teil der europäischen Siedlungsgeschichte. Das relativiert so manche scheinbar absolute Wahrheit.

  10. hans says:

    das stimmt zwar historisch und freut den forscher, troestet aber nicht hinweg ueber den schmerz versacht durch den planmaessigen raub der heimat und das illusionsloch, in das v.a. aeltere ausgewanderte sachsen iN DE gestuerzt sind. so mancher ist daran seelisch und koerperlich zerbrochen.

  11. Horst David says:

    “somit sind die wahrnehmungen der sachsen und “ihres” verbandes zur auswanderung … perspektivvlos… die zeit wird alle wunden heilen, bzw. sie unter die erde bringen” (Hans) muß so ergänzt werden: “die Zeit wird alle Wunden heilen, sie in die ‘Staatszeitung’ mit 8-seitiger Sterbedokumentation (Reinhard) bzw. sie unter die Erde bringen”.

  12. Anonymous says:

    @hans

    “Junger Mann” (tja,alles im Leben ist relativ …) encouragieren´s Ihnen etwas stärker!

    ALLE – und zwar ausnahmslos wirklich alle – “Wirtsethnien” in Mittel-, Ost- und Südosteuropa wollten bei Ende des 2. Weltkriegs ihre “deutschen Gäste” aus dem Lande raushaben! Um diese historische Tatsache wird nicht herumzukommen sein.

    Erstens: Wehe dem Besiegten!
    Zweitens: Die Gier ist ein Hund!

    Ob diese Betrachtung als “deutsche Gäste” historisch angemessen und vor allem “politisch korrekt” war, das wollen wir hier nur ganz kurz an Hand des ungarischen und rumänischen Beispiels anreißen, aber nicht detailliert diskutieren. Das führte einfach zu weit.

    Die Ungarn durften ihre „deutschen Gäste“ 1946 im Viehwaggon aus ihrem „befreiten“ und „siegreichen“ Lande karren. Na ja, ganz so „perfekt“ gelang das wieder auch nicht, da sich die „großen Sieger“ nicht viel um die Befindlichkeiten irgendwelcher popeliger „kleiner Sieger“ von „großen Siegers“ Gnaden geschert haben und einfach vorzeitig die Grenzen dicht gemacht haben. Mit der Austreibung der „deutschen Gäste Ungarns“ war es daher vor Erreichen des angestrebten Ziels Ungarn komplett „deutschenfrei“ zu machen Schluss!

    Sehr betrübte das die einschlägig Aktiven in Ungarn nicht. Durch massiven Terror wurde den Leuten das Deutschsprechen allergründlichst abgewöhnt, ja, selbst die unselige Politik des Namenmadjarisierens feierte fröhliche Urständ. Aus einem Herrn Purczeld ward so ein Herr Puskás, z.B. Dass im Zuge dessen auch, z.B. aus Loewenfelds „Lendvais“ geworden sind, impliziert, dass im heutigen Ungarn bei Trägern alter traditionell wirkender madjarischer Namen mit enorm hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden muss, dass diese Namensträger nicht aus „altem Ungargeschlecht“ abstammen sondern deren Eltern bzw. Großeltern derartige Familiennamen in der angeführten Periode „usurpiert“ haben könnten …

    Das im Falle Ungarns, z.B. die Heidebauern bereits lange vor der ungarischen Landnahme am Heideboden gesiedelt haben dürften, ist ein historisches Detail, dass weder damals noch heute einen Hund aus seinem Winkel hinter dem Ofen hervorlocken könnte. In diesem konkreten Siedlungsfall hat sich´s daher was mit der Argumentation „deutsche Gäste“. Das kann einzig nur mit „Austreibung“ deutschsprachiger Autochthoner im Zuge der ungarischen Binnenkolonisation beschrieben werden …

    In Rumänien war da alles ganz anders! Völlig klar, dass auch die Rumänen bei Kriegsende mit überwältigender Mehrheit ihre „deutschen Gäste“ loswerden wollten. Allerdings wurde den Rumänen als einzigen „kleinen Siegern“ dieses Privileg von den „großen Siegern“ verwehrt. Ja, ganz im Gegenteil: Wo immer die Sowjetmacht in ihrem damaligen Herrschaftsbereich irgendwelches aus Rumänien stammende Gevolk ergattern konnte schickte es dieses oft unverzüglich und meist im damals üblichen Viehwaggon nach Rumänien zurück.

    Die siegreiche Sowjetmacht „half“ allerdings dem „kleinen Sieger“ Rumänien „brüderlich“ den unverschämten Rassehochmut der Rumäniendeutschen zu brechen und diese für einen weiteren Aufenthalt im „Bruderlande“ Rumänien „brauchbar“ zu machen. Bekanntlich wurde ein großer Teil der damals in Rumänien greifbaren und im Alter für diese Prozedur brauchbar erscheinenden Deutschsprachigen zur Kollektivbestrafung in sowjetische Konzentrationslager eingewiesen und teilweise auch durch schlechte Haftbedingungen verbunden mit harter Zwangsarbeit liquidiert. Frei nach Ilja Ehrenburg wurde der Rassehochmut der rumäniendeutschen Frauen in diesen Lagern tüchtig gebrochen und viele von denen sind schwanger und/oder mit Kind/ern an der Hand aus der Sowjethaft nach Rumänien zurückgekehrt …

    Dass viele dieser Maßnahmen mutmaßlich – und teilweise auch dokumentierbar – nicht so gewesen sind wie man sie uns heute aufzuschwatzen versucht, u.a auch von Leuten erdacht und teilweise auch mitorganisiert worden sind, die angeblich alle „ermordet“ worden sind, tja, wen schert´s? Das tut da gar nichts und nicht sein kann was – „politisch korrekt“ – nicht sein darf! Die Leute, die das miterlebt haben, sterben allerdings wie die Fliegen im Herbst bereits dahin und bald darf jeder – frei wie Herta Müller, z.B., so was ist bekanntlich „nobelpreiswürdig“ – lügen und alles verdrehen, dass sich nur so die Balken biegen, denn es wird sehr rasch niemand mehr da sein, der es miterlebte und es daher besser weiß, wobei sich auch bislang kaum wer zu ercouragieren wagte „dem Zeitgeiste“ zu widersprechen!

    Der Verlierer hat sein blödes blutig geschlagenes Maul zu halten und der Sieger schreibt – wie historisch üblich – die Geschichte! Na, und was „die Rumänen“ damals wollten oder auch nicht wollten, das hat außer „die Rumänen“ überhaupt niemanden interessiert. Diese „Mickey-Mouse-Sieger“ hatten artig zu kuschen und zu parieren sowie zu exekutieren was denen die siegreiche Sowjetmacht vorgeschrieben hat. Hmm, dass dieses von der damals – wie auch im heutigen unverändert besetzten Deutschland die amerikanische Macht – für die Rumänen unüberwindbaren Sowjetmacht Vorgeschriebene oft von aus Rumänien stammenden Leuten, welche die Kriegszeit in der Sowjetunion verbracht haben, „angedacht“ worden sein könnte, dass darf natürlich aus Gründen der „politischen Korrektheit“ niemand behaupten, ja, und überhaupt sich erst zu erfrechen zu erwähnen, wer denn aller 1944 im Lande Rumänien so ganz schlagartig wieder enormen Einfluss gehabt hat, na, pfui der Teufel …

    Dass die Rumäniendeutschen nur zu einem ganz verschwindenden Teil „Gäste“ in Rumänien waren, tja, das biss doch auch niemanden. „Die Rumänen“ mussten die deutschsprachigen Ungeliebten eben mit einkassieren als man Gebiete wie Siebenbürgen, das Banat, große Teile des Partiums, die Marmarosch, das Buchenland, Bessarabien, die Dobrudscha, etc., eingesackt hat. Mehr als ein veritables Ärgernis, das man eine Zeitlang in Kauf nehmen musste, waren und sind unverändert die Rumäniendeutschen für den überwältigenden Teil der Rumänen nicht und werden es wohl auch niemals sein. Man schert/e sich nicht viel um sie, die breite rumänische Masse weiß so gut wie nichts über sie und will unverändert von ihnen auch nichts wissen, und man versuchte sie eben bei erstbester Gelegenheit loszuwerden und folgte damit „fromm und brav“ dem damaligen „europäischen Zeitgeist“ …

    Wie es weitergegangen ist, das ist recht gut bekannt.

    Die Auswanderung der Rumäniendeutschen wurde in erster Linie durch die Besatzerpropaganda aus Deutschland in die Wege geleitet, die gleich um die Ecke im “neuen Deutschland von Amerikas Gnaden” die sprichwörtlichen gebratenen Tauben von den Ästen der sich vor leckeren reifen Früchte nur so verbiegenden Äste der Bäume fallen zu lassen versprach,und im Fluss gehalten. Als die Auswanderung der RUmäniendeutschen endlich ermöglicht worden ist, herrschte unter den Rumäniendeutschen keine diese Auswanderung rechtfertigende unmittelbare Not mehr …

    Die der Westmacht zugesprochene deutsche Besatzerzone erwarb dadurch billigst brauchbare deutschsprachige Arbeitskraft, die problemlos und ohne nennenswerten Aufwand sofort wirtschaftlich integriert und gleich voll eingesetzt werden konnte. Deutsche sollten und sollen sich nach wie vor unverändert so wenig vermehren wie nur eben möglich, daher sammelte man lieber alles Inseldeutsche aus dem Osten ein und halste so „ganz elegant“ deren Reproduktionskosten den recht wackeligen Volkswirtschaften der Wirtsländer auf, was ein sehr hübscher sich politisch positiv auswirkender Nebeneffekt war.

    Man wischte so dem damaligen „Erzfeind“ kräftig eins aus. Ein weiterer politisch erwünschter Nebeneffekt war die damit weiter fortschreitende Liquidation aller deutscher Sprachinseln in Europa. Der Rückzug der deutschen Bevölkerung von außerhalb des besetzten Restdeutschlands wurde so abgeschlossen. Die letzten diesbezüglichen Maßnahmen wurden nach dem Kollaps des Sowjetimperiums durchgezogen und auch von dort die allerletzten Reste des Ostdeutschtums in das – unverändert besetzt gebliebene – verbliebe Restdeutschland von Amerikas Gnaden rückgeführt.

    Es soll nicht allzu lang werden, daher gleich zum Abschluss:

    Was könnte dem entgegengesetzt werden? Im Grunde genommen nur die Produktion einer großen Zahl junger „neuer“ und vor allem „akzentuiert deutsch“ erzogener Deutscher! Wer macht die? Na, fast niemand …

    Mit der Sprache verhält es sich ebenso. Die alte Grimmsche Ansicht, dass Deutsch nichts als die Summe der deutschen Dialekte sei und Schriftdeutsch bloß ein Instrument, das den Sprechern unterschiedlicher deutscher Dialekte deren Kommunikation untereinander erleichtert, wird nicht mehr gerne vernommen. Deutsche Dialekte – z.B. das dem Moslefränkischen recht ähnliche Siebenbürgerdeutsch oder das ungardeutsche Mantakische, um nur zwei ehemals ungarndeutsche anzuführen – verschwinden reihenweise. Selbst die an sich recht armselige und sterile deutsche Schriftsprache wird mit Anglizismen überfrachtet und auf diese Weise in manchen Details inferiorisiert.

    Der/die einzelne Rumäniendeutsche ist da bloß Spielball und Getriebener. In Wirklichkeit hat er/sie kaum umfassende Möglichkeit sich real und korrekt zu informieren. Das geht für die meisten von denen vor allem aus emotionellen Befindlichkeiten heraus so gut wie gar nicht. Und bis vor gar nicht allzu langer Zeit fehlte es einfach fast überall an der erforderlichen administrativen und wirtschaftlichen Freizügigkeit um individuell gefasste Entscheidungen angemessen rasch umzusetzen.

    So war und ist das halt unverändert für die meisten Menschen – ob deutsch oder nichtdeutsch ist da völlig egal –

    im

    „SCHÖNEN NEUEN EUROPA“!

  13. hans says:

    danke, ‘szandman’!

    zum rassenhochmut der deutschen/sachsen: der hat sie (einen teil der bevoelkerung) korrekt gerechnet gerade einmal 12 jhare gekennzeichnet und auch das nur, nachdem man mehrere zig millionen exemplare der spezies “deutsche” (teilweise auch ungarn) 1918-1919 und in den jahren danach systhematisch erniedrigt, enteignet, zu tode gehungert und kollektiv kriminalisiert hat. denkende menschen (keynes) haben damals schon gesagt, dass die (krankhafte) reaktion darauf nicht ausbleiben wird.

  14. Anonymous says:

    Dem zum “Rassehochmut” von Ihnen Ausgesagtem soll gar nicht zu widersprechen versucht werden. Der ganze Rassequatsch ist eine Sache für Hetzer und Dummköpfe, die sich von Hetzern verhetzen lassen.

    Der Ausdruck “Rassehochmut” bezieht sich in meinem Kommentar auf einen Herrn Ilja Ehrenburg, seines Zeichens auf Russisch schreibender Hetzpamphletist des kollabierten Sowjetimperiums dessen ihm zugeschriebener Satz

    “Tötet, ihr tapferen Rotarmisten, tötet!
    Es gibt nichts, was an den Deutschen unschuldig ist.
    Folgt der Anweisung des Genossen Stalin und zerstampft das faschistische Tier in seiner Höhle.
    Brecht mit Gewalt den Rassenhochmut der germanischen Frauen,
    nehmt sie als rechtmäßige Beute.
    Tötet, ihr tapferen Rotarmisten, tötet.”

    typischen Ausdruck einer derartigen Geisteshaltung darstellt …

    Klar, dass nach dem ruhm- und ruchlosen Verschwinden der braunen Bagage diese Angelegenheit der braunen “diversiune” vom roten Bolschewikengesindel in die Schuhe geschoben wurde. Leute mit dem Hintergrund eines Ehrenburgs konnten doch nie …

    Und im Übrigen haben sich die mordlüsternen Japaner bekanntlich auch ihre 2 auf Hiroschima und Nagasaki niedergegangenen Nuklearbomben selber auf den bornierten japanischen Imperialistenschädel geworfen …

    Wir sind verpflichtet alles zu gleuben was uns von den Gutmenschen (tja, ab und an hatten auch braune Idioten gute Terminologieeinfälle …) zu glauben vorgeschrieben wird!

  15. Von Tasto says:

    Heute ist ja schon fast jeder Auswanderer… Wen es interessiert hier ein Tip von mir: schaut mal auf http://www.auslandsinfo.com Dort gibt es wertvolle Infos für Deutsche im Ausland

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